Gardelegen l Erstaunt und zunächst ungläubig sieht Kathrin Jacobs, wie vor wenigen Tagen Mitarbeiter der Wohnungsbaugesellschaft (Wobau) Zäune aufstellen und so den Zugang von den Blöcken zu den sich dahinter befindenden Gärten versperren. „Wir können nicht mehr zu unseren Gärten kommen“, berichtet die Anwohnerin, „die Wobau hat, ohne zu informieren, einen Zaun vorgesetzt.“ Um in den Garten zu gelangen, könne Jacobs nicht mehr einfach hinter dem Block den Weg nutzen. Wie sie schildert, muss sie nun einen Umweg in Kauf nehmen – über den Rottweg oder über die Ernst-von-Bergmann-Straße vorbei am Lidl und über St. Georg. „Das ist etwa ein Fußmarsch von zehn bis 15 Minuten“, schätzt Jacobs ein. „Der Weg wurde ja von so vielen genutzt“, erzählt sie. Leute aus der Stadt, die in die Gärten wollen, Anwohner, die aus den Stadt den kurzen Weg nutzen, Angestellte des Krankenhauses auf dem Weg zum Dienst. „Jetzt stehen alle ratlos vor dem Zaun“, sagt Jacobs.

Kathrin Jacobs steht mit ihrem Ärger nicht allein da. Weitere Anwohner, Gartenbesitzer beziehungsweise Nutzer des Weges sind empört, so auch Joachim Brenz. Er kritisiert, dass der Zugang der Anlieger zu ihren Gärten erschwert ist und sie weite Umwege haben. „Das Aufstellen der beiden Zäune quer über die Wege stellt ein Akt der Unfreundlichkeit dar“, argumentiert Brenz.

Grundstück wird umfriedet

Das sieht Wobau-Geschäftsführer Wolfgang Oelze anders. Das Aufstellen der Zäune sei kein Akt der Unfreundlichkeit, sondern diene der Gefahrenabwehr. „Wir sind in der Verantwortung. Was ist, wenn da mal was passiert?“, begründet Oelze. Die Zäune seien im Zuge der Gestaltung der Außenanlage am Wobau-Block gesetzt worden, so der Geschäftsführer. „Unser Block wird dort gerade saniert. Wir haben neue Wege zu den Garagen angelegt, einen Container als Fahrradschuppen aufgestellt, so dass die Bewohner ihre Räder nicht mehr in die Keller tragen müssen“, so Oelze. Es sei alles so hergerichtet worden, dass niemand mehr über die Grünflächen laufen müsse, um zu Garagen oder Wäscheplatz zu gelangen. „Da ist es nur konsequent dafür zu sorgen, das Grundstück zu umfrieden. Im privaten Bereich möchte doch auch niemand, dass unbefugte Personen über sein Grundstück laufen.“ Oelze sprach auch von Passanten mit Hunden und von Hundekot, der nicht entsorgt worden sei.

Aber nicht nur die Maßnahme der Wobau sorgt bei Gardelegern für Kopfschütteln. Verärgert sind auch Anwohner (Name d. Red. bekannt) der Immanuel-Kant-Straße. Dort hat die Wohnungsgenossenschaft Gardelegen (WGG) Poller aufgestellt. Der Parkplatz für die Anwohner an der Immanuel-Kant-Straße ist nun nicht mehr durchgehend befahrbar. Er ist jeweils von links beziehungsweise rechts über die Erich-Weinert-Straße zu erreichen. Wie Henri Schulz von der WGG mitteilt, werde das Objekt an der Immanuel-Kant-Straße sowohl von der WGG als auch von der Wobau bewirtschaftet. Ein Aufgang des Blocks befinde sich in Wobau-Hand, die übrigen beiden gehören der WGG. „In Absprache mit der Wobau wurden die Poller als Umfriedung der Grundstücksflächen gesetzt“, so Schulz. Das Argument der Anwohner, dass die Immanuel-Kant-Straße nicht durchgängig befahrbar sei und es daher Probleme geben könne, etwa wenn ein Rettungswagen angefordert werden müsse, ließ Henri Schulz nicht gelten. Er verwies darauf, dass die Immanuel-Kant-Straße eher als Weg zwischen Wohnblock und Parkplatz der Anwohner zu verstehen sei. Die Zuwegung zu den Blocks erfolge über die Erich-Weinert-Straße. „Mit Feuerwehr und Rettungsdienst ist das alles abgestimmt“, so Schulz.