Roxförde l „Total cool. Eine solche Tradition gibt es bei uns in Hamburg nicht.“ Monika Krüger war total begeistert, dass so viele Dorfbewohner – bunt kostümiert – von Haus zu Haus ziehen, um allen Familien ein gesundes, neues Jahr zu wünschen. Die 22-Jährige war zu Besuch bei ihrer Freundin Pia Feilhaber. Und dort wurde sie dann bestens ausstaffiert, um auch als Hamburgerin bei der Wurstsängeraktion mitzumachen, denn Familie Feilhaber gehört seit vielen Jahren zu den aktiven Wurstsängern.

Und die waren am Sonnabend wieder im Einsatz. Allen voran die Traditionsfiguren mit ihren wichtigen Funktionen: Gisbert Lübke, der als Doktor die Pillen verabreichte, sein Assistent Arndt Paasche, der flüssige Medizin zum Nachspülen anbot, die Kiepenträger Jonas Feilhaber und Tom Müller, Getränkewagenführer Daniel Weis, Kassierer Christoph Lindecke, die Eierfrauen Martin Schulze und Günter Helling, Buchhalter Christian Hietel, der alle Spenden säuberlich notierte, und die beiden Gendarmen Gerald Feilhaber und Michael Thiele, die für Ordnung und Sicherheit sorgten.

Viele Spenden fürs Büfett

Zum Dank für die guten Neujahrswünsche mit Musik und Tanz und einer Einladung für die abendliche Dorfparty im Dorfgemeinschaftshaus spendeten die Roxförder reichlich: 515 Eier, 9 Stück Speck, 15 Leberwürste, 14 Rotwürste, 36 Schlackwürste und vier Jagdwürste. Dazu kamen noch Getränke: 16 Flaschen Kräuter, 4 Flaschen Weinbrand, eine Drei-Liter-Flasche Weinbrand, 8 Flaschen Korn, drei Flaschen Whiskey, 22 Flaschen Likör, 20 Flaschen Sekt und 17 Flaschen Wein. Nach dem Umzug gönnten sich die aktiven Wurstsänger ein deftiges Eierbackgericht. Danach wurde Eierback für die abendliche Party im Dorfgemeinschaftshaus zubereitet. Viele Roxförder feierten noch einmal fröhlich ins neue Jahr.

Bilder

Um Wurstsänger-Nachwuchs für die nächsten Jahre ist es Doktor Gisbert Lübke nicht bange, denn auch in diesem Jahr waren viele junge Leute mit dabei. Zu den Veteranen gehört übriges auch Eierfrau Günter Helling, der am 27. Mai seinen 80 Geburtstag feiert. Im nächsten Jahr will er zwar wieder mit durch Roxförde ziehen, aber nicht mehr als Eierfrau. „Das können dann die Jungen machen“, sagte Helling lachend – wie immer mit großer Sonnenbrille, Kopftuch und Kittelschürze ausgestattet.