Gardelegen l Müll im Bürgerpark, übervolle Abfallkörbe in der Innenstadt, kaputte Bänke auf dem Wall, und gerade ist es Wochenende und die Verwaltung hat geschlossen. Einen Computer oder ein Smartphone ist auch nicht gerade zur Hand, um sich auf der Homepage der Stadt unter „Sag‘s uns einfach“ auf das „Meckerportal“ einzuloggen. In Kürze ist das überhaupt kein Problem mehr. Das kann jedermann künftig auf dem Rathausplatz zu jeder Tages- und Nachtzeit machen. Denn dort wird in absehbarer Zeit quasi ein großer Computer aufgebaut, ein sogenannter Outdoor-Terminal. Ein Touch auf den Bildschirm, und schon erscheint die Homepage der Stadt Gardelegen mit allen Informationen: Wo erledige ich was, wann tagen der Stadtrat und die Ausschüsse, welche Ausschreibungen sind gerade aktuell, was steht in der Hundesteuersatzung, was gibt es Wissenswertes über die insgesamt 49 Ortsteile, welche kulturellen Angebote gibt es, um nur einige Beispiele zu nennen.

Ein Elektroauto für die Verwaltung

Und natürlich das Portal „Sag‘s uns einfach“, wo jedermann der Verwaltung melden kann, wo es gerade klemmt und die Straßenbeleuchtung nicht funktioniert.Nun wurde erst einmal die kleinere Variante eingeweiht. Die hängt an der Wand im Haus II der Stadtverwaltung – direkt am Kaffeeautomaten im Erdgeschoss. Damit nicht genug: Übergeben wurde zudem ein niegelnagelneues Elektroauto, das die Stadtverwaltung nutzen kann. Die Tankstelle befindet sich gleich unweit des Haus-II-Verwaltungsgebäudes.

Die große Terminal-Variante gibt es erst etwas später, da noch bauliche Fragen geklärt werden müssen. Das brauche noch etwas Zeit, aber unabhängig davon „wird Gardelegen modern“, betonte Gabriela Winkelmann, in der Stadtverwaltung unter anderem für Stadtmarketing zuständig. Wer die kleine und später auch die große Terminalvariante nutzt, findet zudem ganz viel von Firmen aus der gesamten Altmark. Und das freut Gardelegens Bürgermeisterin auch ganz besonders. „Denn wir verstehen uns hier als Region. Und gemeinsam haben wir hier etwas ganz Besonderes geschaffen“, betonte Mandy Schumacher, etwas, das der Stadt keinen einzigen Cent kostet.

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Finanzierung über Firmenwerbung

Über 50 Firmenvertreter waren gestern eingeladen – zum Dankes-Frühstück. Denn die Firmen haben das besondere Projekt finanziert, wie Manfred Walter von der Mediengesellschaft Phoenix informierte. Zwischen 3000 und 5000 Euro haben die Firmen für die Werbung bezahlt. Fünf Jahre bleiben sie im System. Eine interessante Sache nicht zuletzt auch für Touristen, denn an der Ostsee gebe es schon ganz viele solcher Terminals. Und zum guten Schluss gehört zu diesem Paket der Phoenix-Mediengesellschaft mit Hauptsitz in Eschborn auch noch das Elektrofahrzeug.

Die Mediengesellschaft gebe es seit etwa 15 Jahren, so Walter. 150 Mitarbeiter seien beschäftigt. Die Aufträge erhalte das Unternehmen bundesweit auf Empfehlung oder auf eigene Akquise. Im Fall von Gardelegen habe die Mediengesellschaft der Stadt ihre Dienste angeboten. Etwa ein Jahr habe es gedauert, um die Werbung einzuholen. Der große Outdoor-Terminal koste etwa 9000 Euro, das Elektroauto um die 18.000 Euro.