Lindstedt l Das Projekt „Zukunftsfähige Dörfer“ ging im Juni 2017 an den Start. Ziel war es, das Leben in den kleinen Orten auch in Zukunft lebenswert zu gestalten und bereits jetzt Weichen für die nächsten Generationen zu stellen. Im Sozialausschuss präsentierte Anja Rohrdiek vom Verein „Historische Region Lindstedt“ nun eine Zwischenbilanz.

Die Initiatoren begannen ihre Arbeit mit einer Bestandsaufnahme vor Ort und damit, Kontakte zu knüpfen. Vor allem die Zusammenarbeit mit dem Ökodorf Sieben Linden erwies sich als fruchtbar. Und im Laufe der Zeit kamen bundesweit noch fünf weitere Dorfpartnerschaften hinzu. „Wir haben festgestellt, dass wir alle vor ähnlichen Problemen und Herausforderungen stehen“, fasste Anja Rohrdiek zusammen.

Gute Stube in der Sporthalle

Zu Beginn gründeten die Beteiligten vier Arbeitsgruppen, die sich mit den Themen soziale, ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit sowie Kultur befassten. Nach Abschluss der ersten Phase im Oktober 2017 lag ein Fragebogen vor, mit denen die Aktivisten den Fragen nachgingen: „Was wollen wir unseren Kindern mitgeben? Was ist die Basis unseres gemeinschaftlichen Handelns? Zukunftsfähig – was ist das eigentlich?“ Als gemeinsames Ziel stand schließlich fest: „Wir wollen enkeltauglich werden.“

In der zweiten Phase, die bis zum September 2018 andauerte, ging es darum, sich zu vernetzen. Es galt, Vereine und Bürger mit ins Boot zu holen. Die Beteiligten trafen sich zu einer Zukunftswerkstatt. Dort habe man viele Ideen gesammelt, fasste Rohrdiek zusammen. Unter anderem gab es Anregungen zur Einrichtung einer Holzbörse in Lindstedt oder zur Gründung eines Dorfkomposts. Ideen, die sich sehr gut in das Energiesparprojekt des Fördervereins auf dem Lindstedter Gutshof integrieren ließen. Eine weitere Idee, die hier entstand, war die Einrichtung eines Dorfwohnzimmers. Das könnte in der Sporthalle geschehen.

Kommunikation auf Sitzbänken

„Ein wichtiger Punkt ist Kommunikation auf allen Ebenen“, fanden die Gruppenmitglieder schnell heraus. Ob mit Bürgern oder der Verwaltung, mit Unternehmen oder Vereinen, es sei essentiell, miteinander ins Gespräch zu kommen. Zum Beispiel könnte man hierzu Sitzbänke im Ort aufstellen und so eine Gelegenheit für Gespräche schaffen.

Ein besonderer Wunsch der Projektteilnehmer ist es, Vertreter aus der Politik oder Verwaltung zu finden, die als Ansprechpartner fungieren und für das Projekt sprechen. Die Zusammenarbeit mit dem Ortschaftsrat oder der Verwaltung sei zwar sehr gut, so Rohrdiek, aber es sei eben doch etwas anderes, wenn Privatleute für das Projekt sprächen, als wenn sich offizielle Funktionsträger an die Bevölkerung wenden würden.