Erfolglose Wahlversuche in Breitenfeld: Bürgermeister Konrad Fuchs ist weiterhin Notvorstand

Zwangsverwaltung bei Jagdgenossen bleibt

Von Dirk Andres

Seit sieben Wochen ist Konrad Fuchs neben seinem Bürgermeisteramt auch Notvorstand bei der Jagdgenossenschaft in Breitenfeld. Ein Ende ist nach dem erfolglosen Wahlversuch am Donnerstag nicht abzusehen.

Breitenfeld l "Es ist traurig, wenn Menschen die Möglichkeit zur Selbstverwaltung nicht nutzen", kommentierte Gardelegens Bürgermeister Konrad Fuchs das ernüchternde Ergebnis der Wahlversammlung der Jagdgenossenschaft Breitenfeld am Donnerstagabend. Auch nach vier Wahlgängen konnte keiner der Kandidaten eine Stimmen- und Flächenmehrheit auf sich vereinen.

Sieben Personen waren am Donnerstag angetreten. Einer von ihnen war beispielsweise Breitenfelds Ortsbürgermeister Bernd Wießel. Er bedauerte das Ergebnis der mittlerweile zweiten Wahlveranstaltung in diesem Jahr, die hinter verschlossenen Türen stattfand.

"Mit dieser Motivation, bei der sich zwei Gruppierungen nicht mögen, ist es ein Einzelfall."

Hans Thiele, Dezernent im Altmarkkreis Salzwedel

"Das gibt der Gesetzgeber so vor, dass nur Personen teilnehmen können, die per Jagdgesetz auch dazu berechtigt sind", erklärte Kreisdezernent Hans Thiele vom Altmarkkreis Salzwedel gestern die geschlossene Veranstaltung. Ungewöhnlich sei die Situation in Breitenfeld dennoch. "Es kommt schon vor, dass ein Bürgermeister wie zuletzt im Bereich Arendsee die Führung einer Jagdgenossenschaft aus personellen Gründen übernehmen muss, aber mit dieser Motivationslage, bei der sich zwei Gruppierungen nicht mögen, ist es ein Einzelfall", sagte der Dezernent. Im gesamten Altmarkkreis Salzwedel gibt es derzeit 210 Jagdgenossenschaften.

Ihre Mitglieder sind in gesetzlichen Vereinigungen organisiert, die mit der Hege und Pflege von Wald und Wild beauftragt sind. Diese Arbeit sei sehr wichtig und müsse von einem arbeitsfähigen Vorstand koordiniert werden. Bis es eine Lösung gibt, muss Bürgermeister Konrad Fuchs diese Aufgabe übernehmen und ist auch in Pachtfragen der erste Ansprechpartner.

Thieles Rat an den Bürgermeister lautet, in sechs Monaten einen neuen Wahlversuch zu unternehmen. "Wir müssen den Gruppen Zeit geben, sich zusammenzuraufen", sagte er.

"Jetzt müssen wir erst einmal unserer Pflicht nachkommen und Breitenfeld mitverwalten."

Konrad Fuchs, Bürgermeister der Hansestadt Gardelegen

Wie lange solch ein Findungsprozess dauern kann, darauf will sich Gardelegens Bürgermeister nicht festlegen. "Jetzt müssen wir erst einmal unserer Pflicht nachkommen. Das Personal habe ich nicht, aber wir werden das schon hinbekommen", sagte Fuchs. Sollte sich die Lage in Breitenfeld ändern, sei er natürlich gesprächsbereit.

Eigentlich hätte bereits im vergangenen Jahr ein neuer Vorstand gewählt werden müssen. Ein Antrag auf eine Verlängerung der Legislatur hatten die 150 Mitglieder jedoch abgelehnt.

Die erste Wahlveranstaltung blieb, wie eingangs beschrieben, ohne Erfolg. Auch der zweite Versuch am Donnerstagabend schlug fehl. Scheinbar sind aller guten Dinge doch drei. Bis dahin hat Gardelegens Stadtoberhaupt noch ein weiteres Amt inne und wird die Dinge nach seinem Dafürhalten regeln. "Das wird nicht immer jedem gefallen, aber wir haben es selbst in der Hand", sagte Wießel.