Genthin l Die Tätigkeit der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) „Zwischen Elbe und Fiener Bruch“ geht, salopp ausgedrückt, in die nächste Runde. Offiziellerseits stellte das sachsen-anhaltische Ministerium für Finanzen dafür die Weichen, indem es die LAG erneut, diesmal bis zum Jahr 2020, förmlich anerkannte.

Strategie erarbeitet

Dafür musste ein Team um Dr. Heinz Paul, Geschäftsführer des Technologie- und Gründerzentrums (TGZ), jedoch minutiös eine sogenannte Lokalen Entwicklungsstrategie erarbeiten, um europarechtlichen Vorgaben Genüge zu tun. Ein großer Aufwand, der sich für die Bewohner der ländliche Region im wahrsten Sinne des Wortes auszahlt: Allein die erste Rate der Förderung orientiert sich bis 2017 an einen stattlichen Betrag von mehr als 1,5 Millionen Euro.

Bisher, gab Dr. Heinz Paul als Vorsitzender der Lokalen Aktionsgruppe, zur Auskunft, würden dem Gremium 80, zum Teil breit gestreute Projektvorschläge vorliegen.

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Sie seien getragen entweder von den Gemeinden oder Privatpersonen. Vorschläge seien trotzdem nach wie vor gefragt, machte Dr. Heinz Paul klar. Die LAG „Zwischen Elbe und Fiener Bruch“ (Elfi) setze sich sehr intensiv mit diesen Vorschlägen bis hin zur Projektreife auseinander. „Das ist unsere Arbeit“, unterstrich Dr. Paul.

Mit dem LEADER-Förderprogramm ist die EU in den vergangenen Jahren ohne Frage der ländlichen Region ein Stückchen näher gerückt. So hat die LAG in der Förderphase 2007 bis 2014 einen Betrag von rund 2,4 Millionen Euro in 61 Projekten umgesetzt. Nach dem offiziellen Startschuss der zweiten Förderphase teht bereits ein Arbeitsplan für die Lokale Aktionsgruppe, um zügig handeln zu können.

Bei einer Mitgliederversammlung im Oktober soll bereits eine Prioritätenlisten aufgestellt und bestätigt werden. Voraussichtlich 2016 könnten dann Projektanträge zur Förderung gestellt werden.

Möglicherweise sei es möglich, dass schon im zweiten Quartal 2016 die ersten Zuwendungsbescheide eintreffen, macht der Vorsitzende der Lokalen Aktionsgruppe die Zeitschiene deutlich. In den vergangenen Jahren habe man sehr gut mit dem ALFF (Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten) Stendal und dem Ministerium für Finanzen zusammengearbeitet, sodass er auch für die neue Förderphase zuversichtlich sei, sagte Dr. Heinz Paul.

Leader-Mittel kamen zwischen 2007 bis 2013 unter anderem der Leinölmühle in Parchen, dem Markttreff Möser, dem Rast- und Spielplatz in Tucheim, der Barockkirche Karow, dem Projekt „Optische Telegraphie in Preußen“, dem Gutshaus Karow, eine Reihe von Kirchen, dem Aussichtsturm von Klietznick sowie Radwegeprojekten zu Gute.

Das große Spektrum der Förderung erstreckt sich unter anderem über den Erwerb von Übernachtungsfässern für das Zabakucker Touristenzentrum, über die Bauernstube Bocksmühle Schermen, über die Neugestaltung des Reiterhofes in Pietzpuhl und über die Wiedereinrichtung des Naturlehrpfades am Niegripper See.