Genthin l Schauspieler Michael Trischan kommt nach Genthin. „Sex am Sabbat“, heißt das neue Programm, das er präsentieren wird. Dahinter verbirgt sich keine Aneinanderreihung von Anzüglichkeiten, sondern eine Reise in die Welt des pfiffig hintergründigen jiddischen Humores. „Es ist ein Programm für die ganze Familie“, beschwichtigt Michael Trischan. Niemand solle sich vom Titel des Programmes abgeschreckt fühlen. Dieser ist einem Buch entlehnt, das die Grundlage für das Programm bildet. „Ich werde den Besuchern moderne jiddische Witze aus der Sammlung von Ilan Weiss vorstellen.“ Autor Weiss, selbst jüdischen Glaubens, hat vor einigen Jahren Perlen dieser besonderen Humorgattung gesammelt und in seinem Buch „Sex am Sabbat“ veröffentlicht.

„Es ist ein besonderer Witz. Er ist verschmitzt, hintersinnig, lebensklug und manchmal auch ein wenig frivol.“ Das dürfe Humor ruhig sein, findet der 55-Jährige.

Der jüdische Witz nimmt in der Weltliteratur eine Sonderstellung ein. Durch Jahrhunderte war der Witz die einzige und unentbehrliche Waffe des sonst waffen- und wehrlosen Volkes. Diesem besonderen Humor will Michael Trischan mit seinem Programm die Ehre erweisen.

Bekannt aus dem Fernsehen

Als Schauspieler kennen ihn die meisten als Pfleger Hans-Peter Brenner in der Serie „In aller Freundschaft“ kennen. Mit dieser Rolle geht es auch weiter. Wie, darf Trischan nicht verraten, nur soviel: „Es wird spannend, wie sich Hans-Peter weiterentwickelt, da bekommen die Zuschauer noch allerhand geboten.“ Nebenbei tourt Trischan mit verschiedenen Programmen quer durch das Land.

Der Abend im Genthiner Kreishaus solle eine angenehme Unterhaltung bieten. Kurzweilig soll es durch die musikalischen Einlagen werden, die Attila Trischan (21) am Klavier und dessen Studienkollege Johannes Dau (24) an der Klarinette bestreiten. Beisteuern werden die beiden Studenten der Leipziger Hochschule für Musik und Theater passenderweise Klezmermusik.

Zu Gast in Genthin

„Man muss den Zuhörern kleine Pausen gönnen, um die Konzentration nicht übermäßig zu strapazieren“, findet Michael Trischan. Vater und Sohn sind ein eingespieltes Team. Davon können sich die Genthiner selbst überzeugen. Denn vor drei Jahren war das Familienduo bereits Gast in der Kanalstadt. Damals mit dem Programm „Schampf“.

Jetzt folgt ein weiterer humorvoller Abend. Der jiddischen Kultur ist Trischan zugetan, seit er vor rund 15 Jahren in einem Fernsehfilm einen jüdischen Kommissar spielen durfte. „Leider ist daraus keine Reihe geworden“, bedauert er noch heute. Das wäre ein interessantes Sujet für einen Krimi.

So darf sich der Vollblut-Schauspieler in seinem Programm ausleben. Die Witze präsentiert der 55-Jährige mit ausdruckstarker Gestik und Mimik sowie einer facettenreichen Stimme, die je nach Bedarf ein wenig höher oder tiefer klingt und den Pointen einen besonderen Pfiff gibt. „Natürlich habe ich mir von berühmten Kollegen einiges abgeschaut“, sagt Trischan. Klaus Havenstein, Hans Korte oder Wolfgang Reichmann seien Vorbilder und Förderer gewesen.

Trischan hatte in Vorbereitung seines Programmes auch keine Berührungsängste vor Namen wie Fritz Muliar. Der österreichische Schauspieler und Kabarettist war schon in den 50er und 60er Jahren im deutschsprachigen Raum mit jiddischen Anekdoten und Witzen unterwegs und gilt als Referenz in diesem Bereich.

„Natürlich habe ich geschaut, wie er die Witze einleitet, Spannungsbögen aufbaut und Witze setzt, aber Muliar kam aus einem jüdischen Umfeld, er konnte das ganz anders nachempfinden“, weiß er und fügt hinzu: „Ich mache das Programm wie Michael Trischan und bin sicher, dass die Menschen viel Freude daran haben werden.“ Dann wird den Besuchern auch der titelgebenden Witz zu Gehör gebracht.

Das Programm „Sex am Sabbat“ ist am Freitag, 9. Oktober, im Konzertsaal Jerichower Land zu sehen. Karten gibt es bei der Genthiner Touristinformation unter: (0 39 33) 80 22 25 oder 19 433.