Jerichow l Das Gelände der Grundschule Jerichow war für mehrere Stunden ganz „in der Hand“ der Feuerwehr. Eine Komplexausbildung Atemschutz stand auf dem Programm. Dabei absolvierten im Wechsel insgesamt 15 Kanmeraden aus den Feuerwehren Jerichow, Kade, Redekin, Kleinwulkow, Roßdorf, Zabakuck, Kleinwusterwitz und Schlagenthin sechs verschiedene Stationen.

An der ersten Station ging es darum, einen während des Einsatzes in einem verauchten Gebäude verunglückten Kameraden zu finden und zu retten.

Bei der zweiten Station ging es um Selbstrettung aus Notsituationen: Wenn den Kameraden in einem brennenden Gebäude der Rückweg durch die Tür abgeschnitten ist, bleibt mitunter nur noch das Abseilen aus dem Fenster. Hier wurde das von der Brüstung der angebauten „Feuertreppe“ geübt.

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Für die dritte Station wurden Kellerräume genutzt. Wie bei der ersten Station wurde mit verdecktem Sichtschutz die eingeschränkte Sicht in verrauchten Räumen simuliert. Die Kameraden müssen solche Räume „blind“ absuchen, um vermisste Personen zu finden. Hierbei wurde auch demonstriert, wieviel schneller das mit Hilfe der neuen Wärmebildkamera geht.

Die vierte Station befand sich im fahrenden Feuerwehrauto: Geübt wurde das Anlegen der Atemschutzausrüstung während der Fahrt, was erforderlich sein kann, um Zeit zu gewinnen. Bei holprigen Straßen kann das durchaus eine Herausforderung sein.

Station fünf war zweifellos die anstrengendste und zudem freiwillig: Die Kameraden sollten mit voller Ausrüstung einschließlich Atemschutz die voll ausgefahrene, 25 Meter hohe Drehleiter hochklettern, gesichert durch ein Seil natürlich. Zwar können die Feuerwehrleute im Korb der Drehleiter direkt hochfahren, aber manchmal ist auch das Treppesteigen erforderlich. Hier können sowohl Höhenangst als auch mangelnde Fitness ein Problem sein. Denn Atemschutzgeräteträger müssen zusätzlich 25 bis 40 Kilogramm an Ausrüstung tragen, erklärte Patrick Hegewald, einer der Ausbilder an diesem Tag.

Bei der sechsten Station stand eine Tür mitten auf dem Gelände. Die hat Daniel Schünicke für die Feuerwehr gebaut, um daran die Türöffnung in brennenden Häusern zu üben. Äußerste Vorsicht ist hierbei im Ernstfall geboten: Die Tür kann heiß sein, und niemand weiß, was dahinter ist. Die Kameraden müssen darauf gefasst sein, sie sofort wieder zuziehen zu können oder sofort Löschwasser in den Raum zu spritzen.

Die einzelnen Stationen hatten Patrick Hegewald und Thomas Mewes von der Jerichower Feuerwehr geplant und vorbereitet. Die beiden hatten nun die Stationen Selbstrettung beziehungsweise Drehleiter übernommen, für die Tür war Sven Kaminski aus Klietznick zuständig, für die Stationen Retten und Absuchen Steffen Taut beziehungsweise Frank Unger aus Jerichow und für die Anfahrübung Stadtwehrleiter Ralf Braunschweig.

Unterstützt wurde die Ausbildung von Sven Fleischhauer mit dem Gerätewagen Atemschutz vom FTZ.