Genthin l Im Genthiner Stadtwald setzte der Wirtschaftsausschuss seine Vor-Ort-Begehungen in den Naturbereichen der Kanalstadt fort. „Wir wollen uns direkt über die Arbeiten informieren, die im Grünbereich getätigt werden“, machte der Ausschussvorsitzende Harry Czeke (Die Linke) deutlich. Es sei maßgeblich für die Kommunalpolitik, die Gebiete über die letzlich immer wieder im Stadtrat befunden werden müsse, zu kennen.

Im Stadtwald konnte Peter Sültmann, Betreuungsforstamt Elb-Havel-Winkel Erläuterungen zu den laufenden und getätigten Forstarbeiten geben. Diese laufen auf fest angelegten Schneisen. Dadurch wird gewährleistet, dass die schweren Waldfahrzeuge nur diese Bereiche befahren und die Wege des Waldes schonen. Während der Erstdurchforstung wurde seit August 2015 auf 3,1 Hektar Industrieschichtholz gerodet. „Wir bleiben damit in diesem Jahr unter der geplanten Menge von dickem Holz“, machte Sültmann deutlich. Das Holz wird für Holzwerkstoffe wie Span- und Faserplatten verwendet. Insgesamt war in diesem Jahr ein Ertrag von 400 Festmeter Industrieschichtholz zu verzeichnen.

Naturverjüngung nicht im Plan

Allerdings seien aufgrund der auf dem Markt befindlichen Mengen, die Preise zwischen Frühjahr und Sommer um bis zu 30 Prozent, eingebrochen. Ein weiteres Problem ist die Wiederaufforstung. Diese befinde sich derzeit in der Abklärung. Auch sei die Naturverjüngung in diesem Jahr noch nicht nach Plan geglückt.

„Kann ein privater Waldbesitzer besser mit dem Wald umgehen als einöffentlicher?“, wollte Lutz Nitz (Bündnis 90/Die Grünen) wissen. Revierförster Steffen Lieder machte deutlich, dass private und öffentliche Waldbesitzer dieselben gesetzlichen Regularien befolgen müssen. Bei der öffentlichen Bewirtschaftung werde besonders auf die gesetzlich Vorgaben geschaut. „Es gibt hier keine Kahlschläge“, beschrieb Lieder. Durchaus aber den Zwang zur Wiederaufforstung. Forst und Kommune stünden zudem im ständigen Kontakt. Die Ausschussmitglieder machten sich für den Erhalt des Stadtwaldes stark. „Wir werden die Aufforstung im Auge behalten“, stellte der Ausschussvorsitzende fest.

Natur im Volkspark erhalten

Vor einigen Wochen hatte sich der Wirtschaftsausschuss bereits mit der Gestaltung mit Pflegemaßnahmen und Ersatzpflanzungen im Volkspark beschäftigt. Anett Lucke von der Stadtverwaltung machte auf einige Maßnahmen der vergangenen Monate aufmerksam. Unter anderem mussten mehrere Linden gefällt werden, da diese durch einen Pilz zerstört worden. „Es wurden in diesem Bereich neue Linden nachgepflanzt.“

Zudem gäbe es Bereiche mit sehr viel Spitzahorn, wo keine Nachpflanzungen notwendig seien. „Die rings um den Spielplatz vorhandenen Platanen sollen erhalten bleiben.“ Allerdings sei dort Baumschnitt erforderlich. An andere Stelle des Parkes sei ein Teil des Erlenbestandes abgestorben. „Aber hier treiben die Erlen wieder aus, sodass keine Nachpflanzungen erforderlich sind.“ Eine erhaltenswerte Natur gäbe es zudem rings um den Teich. Unter anderem werden dort die Erlen und Eschen durch dauerhafte Pflege erhalten.

Auch die Sumpfzypressen sollen erhalten werden. Betreffend der Gestaltung des Volksparkes verwies Lutz Nitz auf eine Konzeption aus dem Jahre 1997. „Hier sind viele zukunftsweisende Maßnahmen enthalten, wurden diese umgesetzt?“, wollte er wissen. „Das ist nur teilweise geschehen“, musste Anett Lucke einräumen. Der Park sei sehr stark als Begegnungsstätte für alle Generationen konzipiert worden. Harry Czeke rief die Ausschussmitglieder zudem dazu auf, sich in den Fraktionen erneut mit dem Parkkonzept zu befassen. Auch die künftige Nutzung wird derzeit in den Fraktionen beraten.

Dabei sollen auch Positionen erarbeitete werden, wie der Volkspark als Stätte für Freizeit- und Familienveranstaltungen im Einklang mit der Natur genutzt werden kann. In diesem Jahr war der Volkspark Standort für den Familientag, ein Frühlingsfest mit Rummel und das traditionelle Kartoffelfest.