Genthin l Vermutlich ein technischer Defekt führte dazu, dass ein polnischer Sattelzug gestern auf der B 107 während der Fahrt zunächst aus der Zugmaschine qualmte, dann Feuer fing und schließlich bis zu einem gespenstischen Wrack niederbrannte. Eine schwarze Rauchsäule kündete am Montag noch kilometerweit von dem Ereignis. Dem Fahrer gelang es noch rechtzeitig, das brennende Fahrzeug zu stoppen und dem Inferno unbeschadet zu entkommen. Weitere Personen hielten sich nicht in dem Mercedes-Benz auf.

Feuerwehren nach wenigen Minuten vor Ort

Mitarbeiter einer im Bereich der Bundesstraße tätigen Genthiner Baufirma hatten beobachtet, dass der Sattelschlepper in Flammen aufgeht und unverzüglich über die 110 einen Notruf abgesetzt. Als die Feuerwehren aus Genthin und Altenplathow nach wenigen Minuten an der Unglücksstelle eintrafen, brannte die Sattelzugmaschine bereits in voller Ausdehnung.

Die 19 Feuerwehrleute setzten eine über 250 Meter lange Schlauchleitung ein, die sich aus einem Unterflurhydranten am Ehrenmal speiste. Sie transportierte etwa acht Kubikmeter Löschwasser. Falls der Unterflurhydrant nicht zur Verfügung gestanden hätte, hätten die Ortsfeuerwehren auf die knapp 10 000 Liter Wasser auf den Löschfahrzeugen zurückgreifen können. In der letzten Phase des gut zweistündigen Einsatzes wurde Schaumbildner aufgetragen. Fünf Fahrzeuge der Feuerwehren rückten zum Einsatz aus.

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Umweltamt wird hinzugezogen

Einen vergleichbaren Einsatz, resümierte Stadtwehrleiter Achim Schmechtig, habe es in der jüngeren Geschichte der Genthiner Feuerwehr noch nicht gegeben. Überhaupt seien solche Einsätze eher eine Seltenheit. Der letzte Lkw-Brand, bei dem die Genthiner Feuerwehr alarmiert wurde, ereignete sich 2014 in Hüttermühle. Dabei wurde das Fahrzeug allerdings nicht vollständig zerstört. Da das Unglücksfahrzeug, das gestern bei Genthin-Wald in Flammen aufging, Kunststoffe geladen hatte, wurde auch das Umweltamt zum Einsatz hinzugezogen. Eine Befragung des 43-jährigen Unglücksfahrers vor Ort erwies sich als schwierig, weil der Ukrainer sich weder russisch noch englisch verständigen konnte.

Die Bundesstraße musste aufgrund des Feuerwehreinsatzes und der späteren Bergung des Fahrzeuges für mehrere Stunden gesperrt werden. Die Umleitung führte über die B 107 Jerichow über Ferchland, Nielebock bis Genthin-Altenplathow und zurück. Für die Genthiner Ortsfeuerwehr war der gestrige Einsatz der 138. des laufenden Jahres.