Genthin l „Heißt du vielleicht Bernhard?“, „heißt du Franz oder heißt du Rumpelstilzchen?“, fragte die Müllerstochter. „Jaaa“, schrieen die Kinder ihr entgegen, „das ist das Rumpelstilzchen.“ Da konnte das Männlein nur noch mit dem Fuß aufstampfen und verschwinden. Natürlich durfte die berühmte Szene auch bei der Märchenaufführung der Mitarbeiter der Kita Max & Moritz nicht fehlen. Im Lindenhof brachten die zwölf Darstellerinnen das Stück in der vergangenen Woche auf die Bühne. Viel geprobt wurde dafür nicht. „Erst am Nachmittag der Aufführung sind wir zusammengekommen und haben das Stück einmal durchgespielt“, erzählt Einrichtungsleiterin Elke Kriewitz. Die Routine hat ihren Grund. „Jeder von uns kennt das Märchen und jeder kennt auch den Lindenhof.“ Während des Spiels habe man einfach auf die Aussagen der Anderen reagiert. Jedoch ganz ohne Vorbereitungen ging es auch diesmal nicht. Vor einiger Zeit hatten die Mitarbeiterinnen das diesjährige Märchen festgelegt und jede Mitstreiterin hatte eine Rolle bekommen. Die Kostüme wurden selbst gebastelt. Auch die Kulissen sind Marke Eigenbau. „Einiges davon haben wir mittlerweile im Fundus, anderes ist uns zugesteuert worden.“

Unter anderem von der ehemaligen Mitarbeiterin Christiane Garz, die seit Jahren mit viel Liebe zum Detail, die Kulissen mit selbstgemalten Motiven erweitert oder zusätzliche Ausstattungsgegenstände entwirft. Erzieherin Simone Klautke schrieb den Text sprech- und kindgerecht. Auch in diesem Jahr kamen die Erzieherinnen mit ihrer Aufführung bestens an. Szenenapplaus bekam Mitarbeiterin Sonja Gülzow während ihres Auftrittes als Mond. Denn alle Besucher wussten, dass die langjährige Erzieherin zum Jahresende in den Ruhestand wechseln wird und zum letzten mal Teil des Ensembles war. Für besonderen Wirbel auf der Bühne sorgte Elke Kriewitz als Rumpelstilzchen. Verziert mit viel Farbe im Gesicht und grünem Flitter, konnte sie der Müllerstochter geschickt zur Seite springen, als diese für den König Stroh zu Gold spinnen sollte.

20. Aufführung im Lindenhof

Immer wieder wurden zahlreiche Kinder in die Aufführung einbezogen, nach ihrer Meinung gefragt oder um eine Antwort auf eine knifflige Frage gebeten. Einige besondere lacher bekam der insolvente König, der neuen Einnahmequellen suchte. „Ich kann mir nicht einmal mehr eine neue Kutsche kaufen.“ Da kam ihm die Müllerstochter mit ihren besonderen Fähigkeiten gerade recht. Auch wenn das Rumpelstilzchen am Ende die magische Verwandlung von Stroh zu Gold vollbringen musste. Ein Sack voller goldenem Lametta diente während der Aufführung als Ergebnis der nächtlichen Spinnerei. Das Märchen Rumpelstilzchen hatten die Erzieherinnen bereits länger nicht mehr im Programm. „Wir haben es das letzte Mal vor zehn Jahren gespielt, jetzt konnten wir es mal wieder auf die Bühne bringen“, fand Elke Kriewitz. Am Ende wurden die Mitwirkenden mit viel Beifall der zahlreichen großen und kleinen Zuschauer belohnt. Für die Darstellerinnen war die Aufführung ein kleines Jubiläum. „Seit 20 Jahren spielen wir vor Weihnachten ein Märchen im Lindenhof“, erinnert sich die Kita-Leiterin und ist sicher: „Es kommen auch noch eine ganze Reihe weiterer Aufführungen hinzu.“

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