Genthin l Im Sommer konnten die Genthiner im wahrsten Sinne des Wortes als Zaungäste an den Bauarbeiten an der neuen Stabbogenbrücke teilhaben. Stück für Stück war auf der Wiese hinter dem Stadtkulturhaus die neue Brücke von Facharbeitern montiert worden. Nun liegt die Brücke komplett auf dem Trockenen und sorgt für Verwunderung, da nunmehr kein Baufortschritt mehr zu erkennen ist. Eine zeitliche Verschiebung räumt auch Tjark Hildebrandt, Amtsleiter beim Wasserstraßen-Neubauamt in Magdeburg ein. „Die Verzögerungen beim Brückenaushub haben sich durch Veränderungen in der Rückbaukonzeption und der daraus erforderlichen Überarbeitung der Statik und der Schwimmstabilität ergeben“, begründet er.

Das hat zur Folge, dass die eigentlich in diesem Jahr geplanten abschließenden Baumaßnahmen nicht mehr erfolgen werden. „Da der Aushub der alten Brücke sich immer wieder verschiebt und nach neuesten Erkenntnissen nicht vor Januar 2016 erfolgen wird, wage ich zur Zeit keine Prognose, wann die Verkehrsfreigabe der neuen Brücke erfolgen kann.“ Es stehen noch einige Arbeitsschritte aus, bis die Freigabe der neue Brücke tatsächlich geschieht. Dies sei abhängig vom Rückbau der alten Brücke, da das neue Widerlager auf der Südseite des Elbe-Havel-Kanals an derselben Stelle errichtet werden wird, an der sich im Augenblick noch das alte Brückenwiderlager befindet. „Das bedeutet, dass zunächst der Brückenüberbau ausgehoben und das alte Widerlager im Anschluss abgebrochen werden muss.“

Neue Durchfahrtshöhe 5,25 Meter

Im Anschluss werde die Pfahlgründung für das neue Widerlager sowie das Widerlager selbst hergestellt. Erst dann könne der neue Überbau eingeschoben werden. Nach Verkehrsfreigabe steht dem Schiffsverkehr eine Durchfahrtshöhe von 5,25 Metern zur Verfügung, diese ist bereits bei allen Brücken auf dem Elbe-Havel-Kanal Standard. Mit dieser Höhe wird unter anderem der zweilagige Containerverkehr auf dem Kanal gewährleistet. Der Brückenneubau hat weitere Vorteile. Durch den neuen Fahrbahnbelag (Asphalt statt Holzbohlen) entsteht eine erhebliche Verbesserung für Fußgänger. Die Sicherheit auf dem Überbau wird durch ein höheres Geländer mit Handlauf verbessert. Auf der Nordseite wird eine Treppe - jeweils in westlicher und östlicher Richtung - errichtet. Insgesamt veranschlagt das Neubauamt eine Summe von 2,2 Millionen Euro. Darin eingeschlossen sind auch Kosten unter anderem für Planung und Gutachten. Zwar beteiligt sich die Stadt nicht an den Baukosten der neuen Fußgängerbrücke, wird aber wohl einen so genannten Vorteilsausgleich nach Fertigstellung zahlen müssen.