Genthin l „Die Bäume sind in die Jahre gekommen und nicht mehr zu erhalten“, machte Bürgermeister Thomas Barz (parteilos) während der Sitzung des Bau- und Vergabeausschusses deutlich. Laut Beschlussvorlage soll es verschiedenen Bäumen am Pappelweg (Schlohteich), dem Weg Dreißig Morgen (Abzweig vom Pappelweg) und dem Melkstandweg (Weg zur alten Burg) an den Kragen gehen.

Baumbestand bis zu 60 Jahren alt

Auf den Wegen gibt es einen bis zu 60 Jahre alten Baumbestand, der eine Gefahr für den Wirtschaftsverkehr und für Radfahrer und Fußgänger darstellt, da die Bäume bereits stark beschädigt oder so in Mitleidenschaft gezogen sind, dass sie immer wieder größere Äste verlieren. Die Untere Naturschutzbehörde hat festgestellt, dass Schnittmaßnahmen und Einzelbaumfällungen auf dem Pappelweg und dem Abzweig nicht sinnvoll seien. „Eine Fällung des gesamten Bestandes von 103 Bäumen und eine anschließende Ersatzpflanzung sind möglich.“

Auf dem Melkstandweg könnten Einzelbaumfällungen und Totholzschnitte beantragt werden. Hier seien die Pappeln zu jung, um eine Genehmigung für eine Fällung des gesamten Bestandes von 232 Bäumen zu erteilen. Während der Sitzung bat Klaus Voth (CDU) um eine Orientierungskarte mit einer Skizze der geplanten Fällungen. „Die Fällungen werden seitens der Unteren Naturschutzbehörde bestimmt, wir legen Ihnen eine Karte vor, sobald der Umfang erhoben ist“, stellte Thomas Barz in Aussicht. „Gibt es die Möglichkeit, Einfluss auf die Ersatzpflanzungen zu nehmen?“, wollte Gerd Mangelsdorf (CDU) wissen, der sich nicht gerade wieder Pappeln als Ersatz wünschte.

Allee-Charakter soll bestehen bleiben

Der Bürgermeister versprach dieses Ansinnen an die Naturschutzbehörde heranzutragen, da eine klare Festlegung über die Pflanzungen noch ausstehe. „Der Allee-Charakter dieser Straßen soll nicht aufgegeben werden“, erläuterte er, räumte aber auch ein, dass Pappeln an diesen Standorten nicht die ideale Wahl sein würden. Die Mitglieder des Bau- und Vergabeausschusses votierten als beschließendes Gremium einstimmung für den vorgelegten Entwurf. Einstimmig fielen bereits die Voten im Wirtschafts- und Umweltausschuss sowie im Ortschaftsrat Parchen aus.

Im Wirtschaftsausschuss hatte Gerhard Flügge, Chef der Agrargenossenschaft Hohenseeden, die Probleme für den Wirtschaftsverkehr geschildert, die durch die alten Pappeln entstehen. Die Agrargenossenschaft hatte im Sommer in einem Schreiben an die Stadtverwaltung auf die Verkehrsgefährdung durch den alten Pappelbestand hingewiesen.

Über die Zahl der zu fällenden Einzelbäume werden derzeit noch keine Angaben gemacht. Der Stadt liegt bereits ein Angebot eines Forstbetriebs vor, der die Fällung über einen Stockkaufvertrag übernimmt, so dass keine Kosten anfallen und die Holzerlöse der Stadt zugehen. Auch die erforderliche Ersatzpflanzung soll über den Betrieb erfolgen.