Genthin l Trubel am „dritten Weihnachtsfeiertag“ in der Sporthalle an der Brettiner Chaussee. Die Ballsportler des Genthiner Volleyball Verein 95 hatten am Sonntag zum alljährlichen Jedermann-Turnier geladen. Und wie es die Tradition will, sind dem Ruf Ehemalige, aktuelle Vereinsmitglieder und Genthiner Freizeitsportler gefolgt, um die kommenden Stunden gemeinsam am Volleyballnetz zu verbringen, ein wenig Weihnachtsspeck abzutrainieren und Spaß am Sport zu haben. Von Aachen bis Greifswald waren die etwa 70 Teilnehmer angereist und hatten pünktlich um 10 Uhr in ihrem Sportdress Aufstellung genommen. Doch um sportliche Höchstleistungen ging es hier noch nie. „Wir machen das inzwischen seit mehr als 20 Jahren“ kann Vereinsvorstandsmitglied Wulf Thomas berichten. Es sei neben dem Frauentag einer der besonderen Tage, wo die Damen sportlich gegenüber den Herren die Oberhand haben, sagt der 71-Jährige mit einem Augenzwinkern. Denn die Männer dürfen heute nur zuspielen, nicht aber draufschmettern.

So begegnen sich in Urgesteine und Neulinge auf drei Spielfeldern, wo entweder zwei Sätze bis 15 oder bis 25 Punkte gespielt werden. Mindestens zwei Damen sind Teil in jedem der zehn Teams und auch was das Alter betrifft, ist „Die Mischung macht‘s“ das Motto. Das Pfeifen übernehmen die jeweils spielfreien Mannschaften und schauen, dass alles regelkonform läuft. Die gute Laune ist vorprogrammiert, trifft man doch Menschen, die man vielleicht das ganze Jahr nicht gesehen hat und mit denen eine Menge Gesprächsstoff auszutauschen ist. Unter den Neulingen des Jedermann-Turniers ist auch Jule Werner. Die Genthinerin ist jedoch nur bei der Traditionsveranstaltung ein neues Gesicht. Der Volleyballsport liegt ihr schon lange am Herzen. Inzwischen besucht die 13-Jährige die Sportschule in Magdeburg. „Am Volleyball gefällt mir das enge Zusammenspiel der Mannschaft. Die Spieler müssen gut aufeinander reagieren können. Das ist wichtig für ein gutes Team“, sagt sie. Beim Mix-Turnier spielt sie in einer zufällig zusammengewürfelten Mannschaft. Besonders spannend ist daran, wie sich das Team zusammenfügt. Sieg oder Niederlage sind dabei außen vor.

Spaßturnier wird zum Familientreffen

So sieht das auch eines der Urgesteine der Veranstaltung. Michael Papsin spielt inzwischen seit 36 Jahren Volleyball und ist von Beginn an beim Traditionsturnier dabei. „Es ist ein Spaßturnier. Wer dabei am Ende gewinnt ist völlig nebensächlich“, sagt der 50-Jährige. Da in jedem Jahr die Mannschaften neu gelost werden, ist es immer wieder spannend zu sehen, wie die neu zusammengestellten Teamkollegen miteinander zurechtkommen. Auch für Wulf Thomas geht es nun aufs Spielfeld, während rechts und links neben ihm schon geschmettert, geblockt und gebaggert wird. Im Laufe des Tages werden Familien, Freunde und Bekannte zum Anfeuern vorbeischauen. Denn der „dritte Feiertag“ ist bei vielen Genthinern, auch wenn es keine Vereinssportler sind, rot im Kalender markiert. Es ist ein etwas anderes Familientreffen zwischen den Jahren, auf das die Brüder und Schwestern des Volleyballsports nicht verzichten wollen.

Bilder