Genthin l Zum 850. Mal jährt sich die erste urkundliche Erwähnung Genthins im Jahr 2021. Über mögliche Feierlichkeiten tauschten sich am Montag die Mitglieder des Bildungs-, Kultur- und Sozialausschusses aus. Vonseiten der Stadtverwaltung gab es den Vorschlag, für Genthin eine Bewerbung als Ausrichter des Landesfest Sachsen-Anhalts, den Sachsen-Anhalt-Tag, für 2021 ins Rennen zu schicken. Wie eine andere Form der Begehung aussehen könnte, ließ Bürgermeister Thomas Barz (parteilos) offen, um die Reaktionen der Ausschussmitglieder und weitere Ideen zu sammeln.

Für Alexander Otto (CDU) stellt sich vor allem die Frage nach der logistischen Machbarkeit. „Gibt es genügend Kapazitäten, um anreisende Gäste unterzubringen?“ Hier schickte Barz das Beispiel Gommern ins Rennen. In der knapp 11 000-Einwohner -Stadt war im Jahr 2013 das Landesfest ausgerichtet worden. „Und die größte Zahl an Besuchern kommt meist nur am Haupt-Veranstaltungstag.“ Zudem wären Städte wie Burg, Jerichow oder Brandenburg in der Nähe und könnten fehlende Kapazitäten ausgleichen. Allein die Innenstadt reiche für die Ausrichtung dabei nicht aus, bestätigte Barz die Vermutung Ottos. Es ist angedacht, mehrere Bühnen an verschiedenen Standorten zu platzieren, die mit ihrem Programm unterschiedliche Altersgruppen bedienen. Doch dies ist schon Zukunftsmusik eines möglichen Konzepts für den positiven Fall des Zuschlags.

Tag der Genthiner

Ausschussmitglied Horst Leiste (SPD) begrüßte die Idee der Stadtverwaltung. Schließlich sei dies eine Chance für Genthin, sich landesweit zu präsentieren. Dafür spricht auch, dass es einen finanziellen Festbetrag vom Land gibt und das Landesfest bereits ein „fertiges Produkt“ ist, dass weniger „Manpower“ aus den eigenen Reihen benötigt, so Barz. Ohne finanziellen Eigenanteil der Gemeinde wird das Jubiläumsfest dennoch nicht auskommen. „Das es einen Zuschuss geben muss ist klar. Das müssen wir auch so kommunizieren“, so Ausschussvorsitzender Gordon Heringshausen (CDU-Fraktion). Günter Sander (Grüne) findet den Zeitpunkt kritisch, um einen solchen finanziellen „satten Brocken“ für die 850-Jahr-Feier vorzuschlagen und gibt zu bedenken, dass die Einheitsgemeinde bei einem Landesfest zu sehr in den Hintergrund rücken könnte. „Wir schaffen es gerade die Dinge finanziell zu erhalten, die den Genthinern wichtig sind.“

Wilmut Pflaumbaum (FDP) erinnerte daran, dass die Bewerbung um die Landesgartenschau 2010 auch eine Chance für Genthin gewesen wäre. Diese scheiterte 2005 aufgrund der defizitären Haushaltslage. „Hier geht es grundsätzlich erstmal um die Bewerbung. Und die Chance, Ausrichter zu werden.“ Danach müsse man über finanzielle Aufgaben sprechen. „Wir sollten möglichst viele Vereine und Bürger, auch aus den Ortsteilen miteinbeziehen, um aus dem Sachsen-Anhalt-Tag ‚unseren Tag‘ zu machen.“ schloss Heringshausen die Vorberatung. Eine Entscheidung über die Bewerbung soll am 25. Februar im Stadtrat fallen. Was halten Sie vom Vorschlag des Landesfestes? Rufen Sie an oder schreiben Sie uns: Lokalredaktion Genthin, Brandenburger Straße 55 - 57, 39307 Genthin;Telefon: 03933 / 87 34 22 oder per Mail an redaktion. genthin@volksstimme.de.