Genthin l Keine Angst vor Farbklecksen haben die jungen Leute, die seit dieser Woche die Innenräume des Morus-Hauses herrichten. „Es musste mal wieder etwas getan werden, da die Wände nicht mehr schön waren“, meint Peter Nordahl. Er ist einer von rund zehn älteren Jugendhaus-Besuchern, die derzeit damit betraut sind, die Wände zu verschönern.

Vorher wurde die Farbauswahl besprochen

„Wir haben uns vorher zusammengesetzt und überlegt, wie wir das Jugendhaus auffrischen können, ohne das Farbkonzept gänzlich über den Haufen zu werfen“, erläutert Jugendhausleiter Andrè Eikel. Zu Beginn der Woche war es so weit. Als erstes wurde der Sportraum ausgeräumt und der Boden abgedeckt. Dann ging es ans Werk. Fleißig wurden Rollen und Pinsel in die Farbeimer getaucht und die Wände frisch bemalt. „Deutsche, syrische und afghanische junge Leute haben in den vergangen Tagen gemeinsam gearbeitet und das hat gut geklappt“, stellt der Jugendhausleiter fest.

„Wir wollten uns nützlich machen und fanden diese Aktion gut“, begründet ein syrischer Teilnehmer sein Engagament. Trotz mancher Sprachbarrieren nutzten die Teilnehmer Hände und Füße, um sich zu verständigen. In den kleinen Pausen saßen die Helfer zusammen und verteilten untereinander Kekse, so brach mit der gemeinsamen Aufgabe nach und nach das Eis. Mittlerweile ist der erste Raum fast geschafft.

Im Sportraum dominiert Farbe Blau

Im Sportraum dominiert nach den Malerarbeiten nicht mehr wie zuvor die gelbe, sondern die Farben weiß und blau. Das Blau sei angelehnt an die Farbe des Außenanstrichs des Jugendhauses, so Eikel. Der Neuanstrich solle kein Stilbruch zur vorherigen Anmutung sein, obwohl ein Raum erstmals grün gestrichen werden soll.

Nach dem Austrocknen sollen die Wände zudem noch gestaltet werden. „Da wollen wir mit Piktogrammen arbeiten, die zu den Themen der Räume passen.“ Im Sportraum sollen Piktogramme einer Tischtennisplatte oder eines Volleyballnetzes, im Computerraum das eines PC angebracht werden.

Ein Teilnehmer der Aktion ist zudem gelernter Dekorateur und wird filigrane Ornamente aufbringen, die eine zusätzliche Auflockerung in der Wandgestaltung bewirken. Mit den Malereien sind die Arbeiten im Morus-Haus nicht abgeschlossen. Die Computerarbeitsplätze sollen ebenso schöner gestaltet werden.

Auch mit Expertenvorschlägen beschäftigt sich das Morushaus-Team. Im vergangenen Jahr waren 20 Architekturstudenten der Hochschule Anhalt aus Dessau im Morus-Haus zu Besuch und nahmen „das bunte Haus am Wasserturm“ unter die Lupe. Nicht erwärmen konnte sich Eikel für den Vorschlag, auf sein Büro zu verzichten und dafür den Fernsehraum oder die Küche zu vergrößern.

„Das sind zwar nette Ideen, die sich aber nicht sehr gut umsetzen lassen.“ Zumal die Kosten sehr hoch wären und den Betrieb des Hauses stark in Mitleidenschaft ziehen würden. Andere Vorschläge zur Neugestaltung des Hauses sollen in diesem Jahr umgesetzt werden. Unter anderem soll der derzeit verschlossene Durchgang zur Terrasse auf dem Hof wieder hergestellt werden. Im Spätsommer wolle man diese Maßnahme in Angriff nehmen, kündigt der Jugendhausleiter an.