Genthin/Los Angeles l „Ich bin ganz begeistert über diese Möglichkeit“, freut sich Stephanie Homa. Am Sonnabend wird sie eine Ausstellung in der Galerie „Artists Republic“ im sonnigen Kalifornien eröffnen. Bis zum 19. Juni ist dort die Schau „Extendable Realities : Change Everything You Are“ zu sehen, zu deutsch etwa „Erweiterbare Realitäten - Ändere alles was du bist”.

Damit wird Homa bzw. Superfuturekid, wie sie sich als Künstlerin nennt, zum ersten Mal eine Solo-Ausstellung in den USA bestreiten. Der Name der Ausstellung kommt nicht von ungefähr. „Mich beschäftigt oft, was Realität eigentlich bedeutet. Die Erlebnisse in Träumen zum Beispiel erscheinen einem genau so real wie alles andere, was man tagsüber erlebt. Und dennoch sind es nur verschwommene Bilder, die nachts im Kopf zu seltsamen Geschichten zusammengesetzt werden“, findet die Künstlerin. Die Traumwelt wie ein Außenstehender zu erkunden, ist auch Teil der Arbeiten.

Mischung aus Traum und Wirklichkeit

„Die Protagonisten in meinen Bildern tragen auch oft große Skibrillen oder gläserne Helme - Dinge, die eine Möglichkeit darstellen, die Wirklichkeit hinter Glas mit Abstand zu betrachten oder sich gar gänzlich von der Aussenwelt abzuschotten und in die imaginäre Wirklichkeit abzutauchen.“ Mit dem Titel der Ausstellung wird auch der Besucher aufgefordert, darüber nachzudenken, wer er noch sein könnte. Zu sehen werden elf Bilder sein, die zwischen 2014 und 2016 entstanden sind.

Bilder

In den 80er und 90er Jahren ist Stephanie Homa in Genthin aufgewachsen. „Ich erinnere mich auch sehr gerne an meine Zeit im Kindergarten Martha-Brautzsch, an die Grundschule Süd und das Bismarck-Gymnasium“, sagt die 33-Jährige. Bereits in der Schulzeit habe sie eine ausgeprägte Kreativität an den Tag gelegt, gemalt, gebastelt und gezeichnet, doch einen richtigen Schub bekam ihre künstlerische Ader erst im Studium. „Ich habe damals Textil- und Flächendesign studiert und dabei die Malerei für mich entdeckt.“ Mit einem Diplom der Kunsthochschule Berlin-Weißensee ging es 2008 über den Kanal auf die Britische Insel. „Für mich ist es so, als gehörte ich hier her.“ Die pulsierende Stadt voller Pop, Power und Pomp sei die beste Umgebung für eine quirlige, junge Frau.

Vierstellige Beträge für Bilder

Plastik, Spielzeug, Kinderkram - was bei anderen auf dem Flohmarkt landet oder auf dem Dachboden verstaubt, wird bei Stephanie Homa Kunstobjekt und auf die Leinwand gebannt. Es sind farbenfrohe Bilder, die Alltägliches und Traumhaftes vermischen und so zum Nachdenken anregen. Damit ist sie erfolgreich. Mittlerweile werden für „SuperFuture Kids“ vierstellige Beträge gezahlt. Das sei in der Kunstwelt überhaupt nichts Besonderes, erklärt Stephanie Homa. Im Prinzip mache sie das, denn „alles, was ich einnehme, wird gleich wieder in neue Arbeiten gesteckt“. Trotz der Arbeit und dem Leben in London hat sie die Heimat nicht vergessen. Zweimal im Jahr ist sie in Genthin und freut sich, das vertraute Umfeld der Kindertage wiederzusehen. Wer mehr über die Kunstwerke erfahren möchte, hat die Möglichkeit unter www.superfuturekid.com