Genthin l „Wir machen weiter“, reagierte der Vorsitzende des Festkomitees für die 850-Jahr-Feier in Genthin, Thilo Voigt auf eine Volksstimme anfrage. Während der Sitzung des Ehrenamtlichengremiums in dieser Woche sei die Entscheidung gefallen. Allerdings gibt der Vorsitzende auch zu, dass intensiv über den Fortbestand diskutiert wurde.

„Unser gemeinsames Ziel ist die Gestaltung eines schönen Festes. Dafür sind wir angetreten, und wir wollen dies nun auch umsetzen.“ In den kommenden Wochen solle die inhaltliche Gestaltung auf dem Arbeitsplan stehen. Dazu gehöre auch eine fundierte Erörterung der geplanten Kosten. Diese seien bislang nur geschätzt worden. „Wir hatten im vergangenen Jahr einen ersten Programmablauf gestaltet und mit geschätzten Kosten versehen, Teile aus diesem Programm sind dann in eine Informationsvorlage für Ausschuss und Stadtrat übernommen worden.“ Allerdings waren die angegebenen Kosten nur Erfahrungswerte ähnlich gelagerter Aktionen. „Hier muss viel stärker nach außen kommuniziert werden, was unsere Einschätzung von zu erwartenden Kosten und was tatsächlich berechnete Finanzaufwendungen sind“, erläutert Voigt.

Festumzug soll Vielfalt der Dörfer abbilden

Auch werde in den kommenden Wochen der Festumzug als ein Dreh- und Angelpunkt der Jubiläumswoche stärker geplant. „Das kann keiner allein, sondern wir hoffen auf Unterstützung aus Institutionen und Vereinen.“ So wünscht sich das Festkomitee, dass etwa Kitas Schulen, Heimat- und Sportvereine einzelne Bilder des Zuges übernehmen, sodass dieser nicht nur eine zeitliche und thematische Breite, sondern auch die Vielfalt der Dörfer abbildet.

Bilder

Diese wurde insbesondere von der Fraktion Die Linke in der Vergangenheit angemahnt, da die Einheitsgemeinde eben nicht nur aus der Stadt Genthin bestehe, sondern auch aus den Ortschaften.

Verantwortung für Feier

Dass das Festkomitee überhaupt über seinen Status und Fortbestand diskutierte, hatte aktuell mit einer Beschlussvorlage des Stadtrates zu tun, die zwar entschieden, aber noch nicht umgesetzt wurde. Grund ist ein bislang nur verbal geäußerter Widerspruch des Bürgermeisters gegen den Beschluss, der im Stadtrat seitens der Fraktionen Grüne-LWG Fiener und der CDU vor der Abstimmung verändert worden war. Die Grünen/LWG Fiener hatten den Antrag eingebracht, dass die Stadt keinen Gemeinnützigen Betrieb gewerblicher Art (GBgA) gründet, über den die Jubiläumsveranstaltung abgewickelt wird. Die CDU-Fraktion fügte hinzu, dass der Stadtrat den Bürgermeister berechtigt, den Tourismusverein mit der Trägerschaft der 850-Jahr-Feier zu beauftragen.

Den Tourismusverein sieht der Bürgermeister aber nicht in der Lage, diese Verantwortung zu übernehmen, und fürchtet Schaden für die Veranstaltung, wenn der Beschluss zur Ausführung kommt. Unmittelbar im Umfeld der Beschlussfassung legte er daher zum ersten Mal in seiner Amtszeit einen Widerspruch ein. Dieser muss noch gegenüber dem Stadtratsvorsitzenden Gerd Mangelsdorf (CDU) schriftlich geäußert und begründet werden.

„Das ist noch nicht geschehen“, erklärt Matthias Günther auf Anfrage. „Ich halte an dem Widerspruch fest und werde die Begründung fristgerecht einreichen.