Schule

Abschied von Lehrkräften und der langjährigen Sachbearbeiterin im Genthiner Gymnasium

Sie haben das Bild des Bismarck-Gymnasiums in Genthin und in der Region geprägt. Jetzt wurden fünf langjährige Mitarbeiter von Kollegen und Schülern in den Ruhestand verabschiedet.

Von Sarah Eckold und Mike Fleske 26.07.2021, 16:06
Gehen in den Ruhestand (von links): Aune Chu, Jörg Hierse, Anita Hempel, Ramona Behrend und Marieta Witte.
Gehen in den Ruhestand (von links): Aune Chu, Jörg Hierse, Anita Hempel, Ramona Behrend und Marieta Witte. Foto: Sarah Eckold

Genthin - Bevor das Genthiner Bismarck-Gymnasium seine Türen für die Sommerferien schloss, hieß es Abschied nehmen. Die Lehrkräfte Aune Chu, Jörg Hierse, Anita Hempel, Ramona Behrend und Schulsachbearbeiterin Marieta Witte hatten ihren letzten Arbeitstag und wurden von Schülern und Kollegen mit einer kleinen Zeremonie bedacht. Die gesamte Schülerschaft von Klasse 5 bis 11 bildete ein Spalier zwischen Haus III in der Großen Schulstraße und Haus I in der Seminarstraße. Als die angehenden Ruheständler ein letztes mal das Haus III verließen, wurden sie mit tosendem Beifall von den Schülern empfangen.

Im grünen Klassenzimmer angekommen, löste sich das Spalier nach und nach auf und stellte sich rund um die fünf Mitarbeiter auf. Schulleiter Volker Schütte verabschiedete sein Personal mit freundlichen Wort und sagte: „,Mit Ihnen geht auch ein großer Erfahrungsschatz am Bismarck-Gymnasium verloren.“

Sachbearbeiterin war ganze 37 Jahre an der Schule tätig

Und das ist nicht untertrieben. Am längsten von allen war Marieta Witte im Gymnasium tätig. Angefangen hatte sie bereits vor der Wende. 1984 hieß die Schule noch Hanno-Günther-Oberschule und Marieta Witte war erst Schulsekretärin, nach der Wende Schulsachbearbeiterin. Als er in der Schule angefangen habe, sei er als erstes auf Frau Witte getroffen, erinnerte sich der ehemalige Schulleiter Gotthard Wienmeister.

Sie sei immer die gute Seele des Haus III gewesen, nahm angehenden Lehrern die erste Aufregung, jonglierte zwischen Telefon und Eingangstür, klebte Pflaster auf aufgeschürfte Kinderknie und behielt immer die Ruhe. Damit sei sie zu einer Institution in der Stadt geworden. „Generationen von Genthiner Schülern sind mit Frau Witte im Sekretariat groß geworden“, erinnerten sich ihre Kollegen.

Durchaus gerührt von den freundlichen Worten, unter anderem stellten ihr die Lehrer ein hervorragendes „Abschlusszeugnis“ aus, meinte sie am Rande: „Ich habe die Arbeit gern gemacht, jetzt wird es Zeit für die Nachfolger.“ Das gilt auch für das Lehrerkollegium.

Zwei von ihnen verlassen das Gymnasium nach 30 Jahren. Biologie- und Sportlehrerin Aune Chu war seit 1991 in Genthin tätig und kam zwischendurch weit herum. Im Rahmen eines Austauschprogrammes war sie in Kolumbien und Peru tätig und brachte von dort neue Ideen etwa für ein hydroponisches Biologieprojekt mit, das von ihren Schülern auch in den kommenden Jahren weiterverfolgt wird. Aune Chu wird auch als Ruheständlerin ihrem Fachgebiet der Biologie treu bleiben und sich dem Imkern widmen.

Hegel und Goethe bringen Schüler im Deutschunterricht in Nöte

Auch Anita Hempel, als Deutsch-, Russisch- und Lateinlehrerin hatte sie nicht unbedingt die Lieblingsfächer vieler Schüler, wurde verabschiedet. „Hegel, Schiller, Goethen, brachten manch Schüler in Nöten“, reimten die Kollegen. Aber Anita Hempel achtete auch auf einen vielfältigen Unterricht, der die Klassen auch mal zur Schulvorführung ins Genthiner Union Kino führte.

Fast 25 Jahre war Ramona Behrend im Gymnasium tätig. 1998 begann sie als Lehrerin für Englisch und Russisch. Hilfsbereit gegenüber Kollegen sei sie gewesen und ein Faible für Sprachen habe sie in ihrer Zeit als Lehrerin immer gehabt. Und so verabschiedeten sie ihre Kollegen in Englisch mit den Zeilen des schottischen Dichters Robert Burns: „My heart's in the Highlands, farewell“ (Mein Herz ist in den Highlands, Lebewohl).

Als Sportlehrer mit Humor, aber auch einem besonderen Durchhaltevermögen, kann man Jörg Hierse bezeichnen, seit 1998 war er am Gymnasium tätig und in dieser Zeit nicht nur ein begnadeter Organisator von Sportfesten, sondern auch jemand, dem Minusgrade nichts ausgemacht hätten, wenn es um den Sport ging. Andererseits sei auch sein Kaffeekonsum über den Tag sportlich gewesen, berichteten seine Kollegen über ihn. Für den passionierten Radfahrer gab es am Ende eine weit sichtbare Weste als Abschiedsgeschenk.

Für das Gymnasium bedeutet der Abschied von den Kollegen, zu denen auch der nicht anwesende Englisch- und Französischlehrer Stefan Lubkowitz gehört, einen weiteren Umbruch. In den vergangenen Jahren sind eine Reihe von langjährigen Lehrern in den Ruhestand gegangen, allerdings sind auch junge Kräfte nachgekommen, so dass sich ein Generationenwechsel vollzieht.