Genthin l Die „salzige Tour“ des Tourismusverbandes Elbe-Börde-Heide ruft historische Stätten an den Handels- und Salzstraßen in Erinnerung, auf denen einst Salz über weite Strecken transportiert wurde. So sind die Magdeburger Börde, Staßfurt oder Schönebeck in die Aktion eingebunden.

Auf dem Kanal wurde Salz transportiert

Auch Genthin und Burg sind seit einigen Jahren, Teil der Tour. Denn auch hier lassen sich Verbindungen zum Salz finden. Die historische Gerberei in Burg etwa, in der Salz für den Gerbprozess verwendet wurde. In Genthin wurden auf den Vorläufern des Elbe-Havel-Kanals im 18. Jahrhundert auf dem Wasserweg von Magdeburg nach Berlin der Salztransport von Schönebeck gesichert. Auf den durch Genthin verlaufenden Mühlgraben wurde der Torf aus dem Fiener Bruch verschifft und in Schönebeck damit die Saline beheizt.

Aber nicht der Kanal sorgt in Genthin für die Verbindung zum Salz, auch das Henkel- und Waschmuseum mit seiner fast 90-jährigen Geschichte rund um die Waschmittelproduktion. Zum Museum gehört auch eine eigene Dampferzeugung, durch die der Bezug zum Thema Salz hergestellt werden könne, sagt Irene Mihlan, Geschäftsführerin des Tourismusverbandes Elbe-Börde-Heide: „Salz wird für die Wasseraufbereitungsanlage benötigt und auch heute wird im Industriepark noch Dampf erzeugt, sodass Salz weiterhin am Standort vorhanden ist.“

Genthiner Industriegeschichte

Die Reise durch die Genthiner Industriegeschichte, die eng mit Henkel verbunden ist, wir im Museum anschaulich präsentiert. Über die Wiege von Persil und Spee und die Tradition der Waschmittelherstellung informiert das Henkelmuseum. Im einstigen Badehaus des Genthiner Waschmittelwerkes wird die Geschichte des Waschens auf Waschbrettern, in Badewannen, mit Kernseife und Bürsten erzählt.

Auch das Kreismuseum beteiligt sich mit einem Museumsfest an der salzigen Tour. Dabei gibt es einen Tag zum Thema „Silbersalze und Kristalle“. Spannend ist der Besuch dort auch deshalb, da Genthin als früherer Krankenhausstandort auch mit der Medizingeschichte verbunden ist.

In der Medizin fanden Silbersalze, insbesondere Silbernitrat, wegen ihrer antibakteriellen Eigenschaften zu früheren Zeiten Verwendung. Heute werden in erster Linie Antibiotika verwendet, nur noch selten kommen heute Silbersalze etwa in der Form bestimmter Augentropfen zum Einsatz. Während das Kreismuseum in der Mützelstraße 22 am Am 3. Juni zwischen 14 und 17 Uhr geöffnet ist, öffnet das Henkelmuseum in der Ziegeleistraße 56 am 26. und 27. Mai, sowie am 16. und 17. Juni jeweils von 10 und 16 Uhr.

Terminplanung "Nicht optimal"

„Wir haben die beiden Termine ausschließlich im Rahmen der salzigen Tour kommuniziert, um Interessierten die Möglichkeit zu geben, dass Museum zu besichtigen“, erläutert der für das Museum verantwortliche QSG-Geschäftsführer Lars Bonitz die unterschiedlichen Termine. Der Landkreis als Träger des Kreismuseums, war nicht für eine Auskunft zu erreichen.

Nicht ganz optimal, sieht Irene Mihlan die unterschiedlichen Aktionstage. „Ob die Angebote der beiden Stationen in Genthin im Rahmen der Aktionswochen tatsächlich Besucher anziehen, hängt ganz wesentlich davon ab, ob man vor Ort zusammenarbeitet und lohnenswerte Besuchsanlässe schafft“, meint sie. „Wir können als Verband nur immer zur Zusammenarbeit vor Ort auffordern und die Gemeinschaftsaktion bewerben.“ Die Angebote selbst würden durch die örtlichen Partner entwickelt.