Genthin l Während sich die Genthiner in vorweihnachtlicher Stimmung auf die vielen Advents- und Weihnachtsmärkte in Stadt und Ortschaften freuen, führt die Polizei verstärkt Verkehrskontrollen durch. Bitte pusten, heißt es dann für die, die durch Alkoholgeruch am Steuer auffallen. Wie teuer der Genuss von Glühwein und anderen alkoholischen Getränken werden kann, darauf weisen Heiko Möhring und Michael Kliemann hin.

Die beiden Genthiner Regionalbereichsbeamten raten: „Wer Alkohol trinkt, sollte das Auto lieber stehen lassen“.

Wer mit 0,5 Promille als Kraftfahrzeugführer ertappt wird, der zahlt mindestens 500 Euro Strafe, bekommt einen Monat Fahrverbot und zwei Punkte. Dabei komme es auch darauf an, ob derjenige bereits durch Alkohol am Steuer auffällig geworden ist. Dann könne die Strafe durchaus höher ausfallen.

Kein Alkohol in Probezeit

Für Fahranfänger in der Probezeit gelte die Nulltoleranzgrenze – also 0,00 Promille Blutalkohol. Wer das 21. Lebensjahr noch nicht vollendet hat, muss ebenfalls auf Alkoholgenuss verzichtet, wenn er ein Kraftfahrzeug führt.

Michael Kliemann warnt davor, zum Fahrrad zu greifen, um auf Alkohol nicht verzichten zu müssen. Die Weihnachtsmarktsaison beginnt in Genthin am Wochenende und viele Stände locken dann wieder mit Glühwein und anderen winterlichen Leckereien. „Wer mit 1,6 Promille als Radfahrer erwischt wird, der begeht eine Straftat“, sagt Michael Kliemann. Der Führerschein sei dann erstmal weg.

Generell bewegen sich Kraftfahrzeugführer – Fahrer von motorisierten Fahrzeugen – von 0,5 bis 1,09 Promille im Bußgeldbereich. Ab 1,1 Promille Blutalkohol besteht eine Straftat. Wem ein Blutalkoholwert von 1,6 Promille nachgewiesen wird, der verliert ebenfalls seinen Führerschein. Als Auflage der Führerscheinbehörde droht dann eine medizinisch psychologische Untersuchung.

Zweiter Test im Revier

„Wenn wir Alkoholgeruch bei Autofahrern wahrnehmen, bitten wir zum Pusten mit einem mobilen Atemalkoholtester“, sagt Heiko Möhring. Der Bürger habe die Möglichkeit, auf dem Revier einen zweiten Test an einem stationären Tester zu machen. Das Ergebnis habe vor Gericht Bestand. Andernfalls werde eine Blutentnahme angeordnet.

„Als Maßstab gilt: Wer ein Glas Bier mit 0,33 Liter zum Mittagessen trinkt, hat beim Pusten nichts zu befürchten“, sagt Michael Kliemann. Sollte derjenige jedoch in einem Unfall verwickelt werden, sei das anders. Dann komme es auf die Schuldfrage an. Probleme mit der Versicherung seien nicht selten.

„Getrunken wird das ganze Jahr, nicht nur in der Weihnachtszeit“, sagt Michael Kliemann. Laut Statistik der Polizei wurden 2016 im Jerichower Land 2763 Unfälle, davon 457 in Genthin registriert. Im Landkreis waren 42 Unfälle alkoholbedingt, sechs davon in Genthin.

Bisher 2705 Unfälle

2017 wurden bisher 2705 Unfälle im Landkreis registriert (Stand 12. Dezember 2017). Davon ereigneten sich 315 in Genthin. Im Landkreis war 35 Mal Alkohol im Spiel, in Genthin bisher sechsmal.

Die Zahl der folgenlosen Trunkenheitsfahrten ist höher. Im Landkreis wurden 2016 205 Fahrer ertappt, davon 49 in der Kanalstadt. Aktuell liegt die Zahl der folgenlosen Trunkenheitsfahrten im Jerichower Land bei 214, Genthin zählt 51.

Zwar seien die Zahlen der Trunkenheitsfahrten laut Statistik gestiegen, das liege daran, dass vermehrt Kontrollen durchgeführt wurden, erklärt Heiko Möhring die scheinbar steigende Tendenz.