Genthin l Sie gehören der Vergangenheit an, die öffentlichen Fundgut-Versteigerungen auf dem Innenhof des Genthiner Rathauses, bei denen in der Regel der Ordnungsamtsleiter höchstpersönlich den Auktionshammer schwang. Großes Publikum war ihm meistens gewiss, allerdings nicht immer eine gefüllte Auktionskasse.

Spezialisiert auf Fahrzeuge

Deshalb ist die Stadt nun auf Nummer sicher gegangen. Sie hat die Versteigerungen sozusagen ausgelagert und das Chemnitzer Auktionshaus Vonau, das auf Fahrzeuge aller Art spezialisiert ist, damit beauftragt.

Bei dem sächsischen Auktionshaus, es ist mittlerweile seit 22 Jahren am Markt, kommen vornehmlich Fahrzeuge der Polizei, verschiedener Behörden und von Kommunen online unter den Hammer.

Keine Restposten

Bei Auktionen in Genthin hätte es stets Restposten gegeben, bei der Versteigerung über ein Auktionshaus habe die Stadt dies vermeiden wollen, umriss Bürgermeister Thomas Barz (CDU) in einem Gespräch mit der Volksstimme die Absicht, einen Profi mit der Versteigerung zu beauftragen. Aufwand und Nutzen hätten bei den Versteigerungen im Rathaus-Innenhof, die in der Regel halbjährlich durchgeführt wurden, in keinem guten Verhältnis gestanden.

Unter den elektronischen Hammer kamen im Dezember insgesamt zwölf Positionen aus Genthin, bei denen mehrere, gleiche Artikel zu einem Angebot zusammengefasst wurden. Darunter befand sich auch ein Paket mit 55, größtenteils sehr desolaten Fahrrädern, die vermutlich in der Kanalstadt schwer oder gar nicht an den Mann oder die Frau zu bringen gewesen wären. Das Mindestangebot für das komplette Paket für diese Zweiräder lag bei 180 Euro, der neue Besitzer löhnte für die Drahtesel schließlich 800 Euro.

Reine Ersatzteilspender

Neue Besitzer fand ausrangierte kommunale Technik, darunter ein Traktor Zetor, ein Motorrad, Anhänger, Schiebeschilder, Streuer, eine Kehrbürste, ein Pritschen-VW und ein Multicar. Für diese Artikel gab es freilich keinerlei Garantierecht wie bei Versteigerungen üblich. Die Geräte können von ihren neuen Eigentümern lediglich als reine Ersatzteilspender genutzt werden.

Finanziell konnte die Stadt bei der Auktion durch das sächsische Auktionshaus ein gutes Geschäft machen. Insgesamt konnte ein Auktionserlös in Höhe von 31 000 Euro erzielt werden. Laut Vertrag, den die Stadt mit dem Auktionshaus abgeschlossen hat, gehen 2,5 Prozent des Verkaufserlöses an das Auktionshaus. Das sind knapp 800 Euro.