Genthin l Die Umwandlung der Grünfläche zum Parkplatz stößt unter der Bevölkerung rundweg auf Ablehnung. Die Redaktion gibt einen Teil der Meinungsäußerungen, sei es in Leserbriefen, per Email oder am Lesertelefon wider. Inge Weller und Heidi Gudera aus Genthin schreiben in einem Leserbrief: „Man spricht von „Schöner unsere Dörfer und Städte“. Wie sollten wir uns das vorstellen, wenn man aus der Vogelperspektive keinen Baum, keinen Strauch und keine Blume sieht, nur parkende Autos. Dass der Kiosk (Post-, Bahnhofstraße) verschwinden soll, na das wird ja wohl höchste Zeit. Dieser Schandfleck. Aber dafür muss ja wohl kein Auto stehen. Wenn da zum Beispiel ein paar Blumen die Vorbeigehenden erfreuen könnten, wäre es toll. Das könnte auch dazu beitragen: „schöner unsere Städte“.

Güterbahnhof ist Schandfleck

Aber nun zum Güterbahnhof - das ist doch auch ein Schandfleck von Genthin. Da hatte Herr Fleischer eine sehr gute Meinung. Diese Unansehnlichkeit würde verschwinden und viele Autos hätten Platz, da hätten es ja die Pendler zu den Bahnsteigen auch nicht weit. Wir können es nicht verstehen, dass Schönheiten unserer Stadt verschwinden sollen und Gammelplätze erhalten werden. Was ist denn das für eine Planung und Organisation. Wir hoffen, dass sich die zuständigen Mitarbeiter über diesen Punkt gründlich Gedanken machen. Bis jetzt gab es wohl keine große Überlegung, nur eine Entscheidung. Bürger von Genthin, wollt Ihr zwischen parkenden Autos spazieren gehen, oder lieber erholt auf einer Parkbank verweilen?“ Aber warum gab es auch keine öffentliche Bürgerbefragung. Demokratie - was ist das?

Kurz per Email meldete sich Marion Paeper zu Wort: „Wird tatsächlich darüber nachgedacht den kleinen schönen Park am Bahnhof zum Parkplatz umzugestalten? Das wäre echt traurig.  Gut, der Kiosk ist wirklich nicht schön, aber dieser grüne Ruhepol einfach zu pflastern? Bitte nicht!“ Auf der Südseite stehen weitere Parkplätze zur Verfügung. Durch die Unterführung können auch von dort die Bahnsteige erreicht werden.

Malschüler nutzen den Park

Ebenfalls per Email erreichte die Redaktion ein Statement der Familie Klaus Lückert. Diese Grünanlage war in den 50er Jahren eine Müllkippe und wurde dann aufgeschüttet. Warum spricht man nicht mit dem Besitzer des Grundstückes Poststraße, auf dem ein Haus abgerissen wurde. Das würde sich doch für ein Parkhaus mit zwei oder Etagen eignen. Die Nutzer müssten dann Parkgebühren bzw. Dauerkarten bezahlen. Die Grünanlagen bleiben so bestehen.“

Walburg Spitzenberg aus Genthin, Naturliebhaberin, Wanderfreundin und Künstlerin, trug ihre Kritik in der Redaktion vor. Es könne doch nicht wahr sein, dass dieses Kleinod zerstört werden solle. Sie habe als Kursleiterin der Kreisvolkshochschule mit ihren Mal- und Zeichenschülern in diesem grünen Areal stets skizziert. Vielleicht, fragt Walburg Spitzenberg ironisch, werden diese Arbeiten bald einen historischen Wert erhalten. Das Geld, das für die Umwandlung der Grünfläche in Parkfläche verwendet werden sollte, schlägt Walburg Spitzenberg vor, könnte für den Erwerb der vorgeschriebenen Feuerwehrleiter für das Museum ausgegeben werden. Dann wäre das Weiterbestehen der Einrichtung gesichert. „Dann muss ich mit meiner nächsten Ausstellung nicht in die sterilen Räume des Kreishauses ziehen.“

Geschuftet, um Genthin schön zu machen

Die nächste Ausstellung Spitzebergs gibt es anlässlich ihres 75 . Geburtstages. Der Titel „Grünes graues Genthin stand schon vor Tagen fest, die Zweideutigkeit ergab sich erst aus den Ereignissen der vergangenen Tage. Für Walburg Spitzenberg ist es nicht nachvollziehbar, warum man etwas Gutes wie die Grünfläche an der Bahnhofstraße zerstören will. „Für mich vermittelt sie Heimatgefühl“. Sigrid Schmidt sagte: „Ich kann nicht verstehen, dass dieser grüne Fleck weggenommen werden soll. Mit 17 Jahren habe ich geholfen, diese Anlage anzulegen. Wir haben in der Freizeit geschuftet, um Genthin schöner zu machen. Haben die älteren Stadträte das vergessen?“

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