Genthin l Die Vorschläge für den Volkspark sind mannigfaltig: Parkbänke, auch in Form von sogenannten Smartbenches, an denen sich Handys aufladen lassen, ein Frisbee-Parcours, ein Trampolin, sanitäre Einrichtungen, ein Elektrogrill, eine Tischtennisplatte ... All dies haben Mitglieder vom Förderverein des Thomas-Morus-Hauses zusammengetragen.

Das Aufstellen einer Tischtennisplatte wurde sogar bereits realisiert, stieß aber zunächst auf Kritik bei einigen Anwohnern. So auch einige der weiteren Planungen, die das Fördervereinsmitglied Thomas Dietert beim jüngsten Wirtschafts- und Umweltausschuss präsentierte.

Tierwelt nicht bedacht

„Ich sehe fast nur Sportanlagen“, sagte Volkspark-Anwohnerin Ursula Sprößig. „Wo bleibt der Naturschutz?“, fragte sie weiter und verwies darauf, dass beispielsweise keine Fallobstplantagen angedacht seien.

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Auch die Tierwelt sei nicht in das Konzept eingearbeitet. Sie meinte damit unter anderem Insekten wie Bienen, aber auch Rehe, die sich dort zuweilen tummelten. Überhaupt sei eine weitere Bebauung des Volkparks aufgrund des Denkmalschutzes nicht zulässig.

Dem widersprachen die anwesenden Ausschussmitglieder. Bürgermeister Matthias Günther (parteilos) betonte, dass die Planung in Absprache mit der Unteren und Oberen Denkmalschutzbehörde erfolgen werde und deren Mitarbeiter zu einer Begehung des Volksparks eingeladen werden sollen.

Konzept für alle Generationen

Auch bezüglich des Generationenkonflikts sprachen sich die Ausschussmitglieder für einen Konsens aus. „Das Volksparkkonzept muss alle Generationen ansprechen“, sagte etwa der Ausschussvorsitzende Harry Czeke (Linke). Er merkte jedoch an, dass auch Ältere Sport treiben und deshalb von der Nutzung der angedachten Sportgeräten nicht ausgeschlossen seien.

Auch Lutz Nitz (Grüne) sprach sich dafür aus, das Konzept nicht zu zerreden. Zunächst müsse sowieso erst einmal das Geld da sein, dann könne man die konkrete Umsetzung besprechen.

Sebastian Hahn (Pro Genthin) wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass einzelne Ideen schon umgesetzt werden könnten, wie es beispielsweise mit der Tischtennisplatte bereits geschehen sei. Die Stadt könne sich mit Gewerbetreibenden als Spon- soren zusammensetzen, um diese kleinen Schritte zu fördern.

Objekte nicht wild verteilen

Die Kritik daran war, dass es zuvor eine Gesamtplanung gebe müsse, damit die Objekte am Ende nicht wild im Volkspark verteilt sind. Bezüglich des Konzepts vom Förderverein des Morushauses wollte Helmut Halupka (SPD) wissen, „wo alles genau platziert“ werden soll.

Konkrete Standorte sind darin jedoch absichtlich noch nicht formuliert. „Das möchten wir erst besprechen, sobald es grünes Licht gibt“, antwortete Thomas Dietert. Auf jeden Fall solle es ruhige und belebte Bereiche geben.

Das vorgestellte Konzept ist jedenfalls noch nicht in Stein gemeißelt. So gibt es auch seitens des Genthiner Bismarck-Gymnasiums Ideen und Vorschläge für den Volkspark, die nun zusammengetragen werden sollen.

Öffentliche Veranstaltung zur Ideensammlung

Matthias Günther schlug deshalb vor, eine öffentliche Veranstaltung, beispielsweise im Lindenhof, zu organisieren. Dabei sei auch jeder Bürger eingeladen, sich einzubringen. Nachdem dies alles in ein Gesamtkonzept eingeflossen ist, möchte die Stadt einen Landschaftsarchitekten mit der Begutachtung und Durchführung beauftragen.

Für das finale Konzept sollen 20.000 Euro aus dem Leader-Programm, einem Fördertopf der Europäischen Union, fließen. Diese Mittel wurden bereits beantragt. Derzeit wartet die Stadtverwaltung noch auf die Bestätigung.

Im weiteren Verlauf des Ausschusses wurde zudem auf das unzulässige Befahren des Volksparks hingewiesen und Verbotsschilder gewünscht. Das sei jedoch nicht nötig. Das motorisierte Befahren von Parkanlagen sei generell nicht gestattet. Darauf habe ein Regionalbereichsbeamter hingewiesen, so Lutz Nitz. Zusätzlich steht dies aber auch in der Gefahrenabwehrverordnung der Stadt Genthin.