Genthin l „Welch unverwüstliche Kraft steckt doch in den Frauenleuten“, das Zitat Maxim Gorkis, in großen Lettern an den Anfang der neuen Sonderausstellung im Kreismuseum gestellt, setzt ein Zeichen des Respekts vor den 13 Lebensleistungen jener starken Frauen aus dem gesamten Jerichower Land, die „Aus dem Rahmen“ ihrer Zeit fallen.

100 Jahre Frauenwahlrecht

Nicht zufällig wurde die neue Sonderausstellung am Internationalen Frauentag eröffnet und steht damit auch im Kontext des Jahrestages „100 Jahre Frauenwahlrecht“. Das allein brachte die Ausstellung in dieser Form jedoch noch nicht auf den Weg.

Manchmal, räumt Museumsleiterin und Volkskundlerin Antonia Beran augenzwinkernd ein, gebe es eben Situationen, in denen man regelrecht von einem Thema „angeflogen“ werde.

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Bei Rundgängen durch die ständigen Ausstellungen, geht sie näher darauf ein, fiele es ihr nicht schwer, auf eine ganze Reihe großer Männer, die im Jerichower Land Geschichte geschrieben haben, zu verweisen. Doch wenn es um bekannte Frauen der Region geht, sei es nicht so einfach, Auskunft zu geben.

Großes gesellschaftliches Spektrum

Das ändert sich mit der neuen Sonderausstellung, die Frauenpersönlichkeiten aus dem gesamten Jerichower Land, beginnend vom ausgehenden 17. bis ins 21. Jahrhundert, im Fokus hat. Das gesellschaftliche Spektrum, das sie vertreten, spannt einen großen Bogen und reicht von einer mittellosen Ackerbürgertocher über eine Pastorengattin, adlige Damen, Vertreterinnen des wohlhabenden Bürgertums bis hin zur Kommunistin.

Der Sonderausstellung sei eine sehr interessante Zusammenarbeit mit Karina Cleve, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises, Stefanie Göthe-Obieglo, Leiterin der Burger Bibliothek, und dem Förderverein Genthiner Stadtgeschichte vorausgegangen, berichtete Antonia Beran. So sei es gelungen, wirklich alle Bereiche des Jerichower Landes in die Recherchen einzubeziehen. Das allein ist für die Genthiner und Burger Ausstellungsmacherinnen jedoch kein Grund zur Selbstzufriedenheit. So zeigten sie sich am Freitagnachmittag zur Ausstellungseröffnung zuversichtlich, dass es nicht bei der „Runde der 13 Damen“ bleiben werde.

In dem Thema steckt nach ihrem Dafürhalten noch eine Menge Potential und es bliebe auch weiterhin eine spannende Herausforderung. Das ist auch die Botschaft, die den Besuchern bei ihrem Ausstellungsbesuch vermittelt wird.

Besucher sollen selbst aktiv werden

Neben den 13 großflächigen Roll-ups, die ganz individuell jeder starken Persönlichkeit gewidmet sind, werden so auf einer 14. Tafel die Besucher um Hinweise auf weitere Frauen aus dem Jerichower Land gebeten, die von sich reden gemacht haben. „Wir suchen selbstverständlich weiter“, machte Antonia Beran im Volksstimme-Gespräch klar.

Geht dieses Konzept auf, wird die Ausstellung mit der Zeit umfangreicher, gewinnt an Qualität und öffentlicher Aufmerksamkeit. Dank der Förderung über das Bundesprogramm „Demokratie Leben“ kann die Ausstellung - gut und problemlos verpackt in verschiedenen Roll-ups - in den gesamten Landkreis auf Wanderschaft gehen. Eine Station wird nach Neuenklitsche die Volkshochschule in Burg sein.