Genthin l In dem kleinen Atelier der Genthiner Malerin Walburg Spitzenberg herrscht Hochbetrieb. Dafür sorgen die hier ordentlich und akkurat verstauten, in weiß gerahmten Bilder, allesamt Arbeiten in Öl. Es sind neue Arbeiten, die bisher noch nicht in einer Ausstellung zu sehen waren.

Keine beliebige Ausstellung

Die insgesamt 16 Werke in ganz unterschiedlichen Formaten werden ihren großen Auftritt bei der Ausstellung in der Stadt- und Kreisbibliothek bekommen, die am 4. November um 15 Uhr eröffnet wird. Für Walburg Spitzenberg wird dies keine beliebige Ausstellung sein.

Denn für die Ausstellung, für die sie den Titel „Meine Heimat – von der Ostsee bis ins Jerichower Land“ gewählt hat, gibt es einen ganz persönlichen Anlass: ihren 75. Geburtstag. Große Reden wird es bei der Vernissage trotz des Geburtstages nicht geben. „Einen Laudator brauche ich nicht. Was zu sagen ist, kann ich selber tun“, sagt Spitzenberg gerade heraus. Schnörkeleien sind ohnehin nicht ihr Ding.

Fünfjährige Auszeit

Die Werke, die sie ihrem Publikum bei der Vernissage vorstellen wird, sind komplett in den vergangenen zwölf Monaten entstanden. Walburg Spitzenberg, die über Jahre hinweg der Staffelei treu geblieben war, hatte sich zuvor eine fünfjährige Auszeit von der Malerei genommen.

Sie habe einfach etwas Abstand gebraucht, um wieder zu Stift und Pinsel zu greifen. Sie habe sich für diese Pause entschieden, weil sie den Eindruck habt hätte, dass sich die „Hatz des Alltages“ in ihren Bilder hineindränge. „Diese Zwangspause war also richtig nötig“, ist sich Walburg Spitzenberg absolut sicher, als sie mit sichtbarer Freude ihre neuen Arbeiten vorstellt.

"Fiener Bruch" bleibt ein Lieblingsmotiv

Wer jetzt eine ganz „neue Walburg Spitzenberg“ in der Ausstellung erwartet, wird allerdings enttäuscht. Sie bleibt auch weiterhin ihren Sujets treu, stellt sich mit ihren 75 Jahren allerdings dem Anspruch, nicht selbstzufrieden zu sein. Mit „Larifari“ war nichts im vergangen Jahr, erinnert sich die Genthinerin mit einer gewissen Heiterkeit an ihre „Startphase“ nach der längeren Pause.

Ein disziplinierter und geregelter Tagesablauf seien das A und O gewesen, um in so relativ kurzer Zeit die Bilder für die Ausstellung fertigzustellen. Da gelte für sie das Patentrezept: Bei schönem Wetter wird im Garten gearbeitet bei Regenwetter wird gemalt. Die Motivsuche für ihre neue Arbeiten fiel der gestandenen Malerin nicht schwer. „Ich bin in den letzten Jahren viel rumgekommen, da kamen viele neue Eindrücke auf mich zu, die ich in meinen Bildern festgehalten habe.“

Unter den neuen Arbeiten finden sich für Walburg Spitzenberg eigentlich seltene Ostsee-Impressionen eine Ansicht von Wismar und Impressionen vom Alten Land. Motivgeber waren für sie das Bucher Brack und für sie ganz typisch das Fiener Bruch. Walburg Spitzenberg bleibt sich da ganz treu und sagt: „Wenn ich meinen Fiener habe, dann lebe ich auf.“ Ihre Heimatstadt Genthin wird mit einer Kanalansicht und zwei Motiven des Altenplathower Volksparkes vertreten sein.