Genthin l Erneut sind die Mitglieder des Jugendforums Träger einer besonderen Ausstellung. In der Schau „Vergiss deinen Namen nicht - Die Kinder von Auschwitz“ werden die Schicksale von Menschen nachgezeichnet, die als Kinder im Konzentrationslager (KZ) Auschwitz waren, weil sie entweder mit ihren Eltern dorthin verschleppt wurden oder dort zur Welt kamen.

Mitschüler aufmerksam machen

„Wir hatten Interesse an diesem Thema und hoffen, dass wir auch Mitschüler darauf aufmerksam machen können“, sagt Sarah Eckold, Mitglied im Jugendgremium. „Dadurch, dass sich die jungen Leute bewusst für die Ausrichtung der Ausstellung entschieden haben, beeinflussen sie vielleicht sogar ihr gesamtes Umfeld, sich mit dem Thema zu beschäftigen“, meint Petra Schiele. Auf 28 großformatigen Tafeln wird an die Kinder von Auschwitz erinnert.

Eine große Besonderheit sei, dass am Eröffnungstag mit Alwin Meyer der Initiator der Ausstellung zu Gast sein wird. Für ihn ist das Aufspüren von Lebensgeschichten der Menschen, die als Kinder in Auschwitz waren, eine Lebensaufgabe. Seit 1972 hat er mit unzähligen Zeitzeugen gesprochen und mehrere Bücher und Artikel zu diesem Thema veröffentlicht.

Lange Beschäftigung

Zuletzt erschien das Buch „Vergiss deinen Namen nicht“, das auch der Ausstellung ihren Titel gibt. „Ich habe als junger Mann Auschwitz besucht und habe dadurch begonnen, mich mit dem Schicksal der Kinder zu beschäftigen“, erzählt der heute 67-jährige Autor aus Cloppenburg.

Das Besondere an Buch und Ausstellung: Meyer behandelt das Leben der Überlebenden sowohl vor, während als auch nach Auschwitz. „Auch ein zwölfjähriges Kind hat ein Leben vor dem Aufenthalt im Konzentrationslager gehabt und das Leben ging danach weiter“, erklärt er. Doch das erleben von Gewalt, Tod und medizinischen Experimenten hat bei allen Überlebenden Spuren des Erlittenen auf dem Körper und in ihren Seelen hinterlassen. Darüber berichtet Meyer sowohl bei der Ausstellungeröffnung am 4. April um 16 Uhr als auch in einer öffentlichen Lesung am gleichen Tag um 18.30 Uhr.

Eintritt frei

Beide Veranstaltungen finden im Versammlungsraum des Kreismuseums statt. „Wir bitten für die Abendveranstaltung um Anmeldungen“, sagt Antonia Beran, Leiterin des Kreismuseums. Sie weist darauf hin, dass der Besuch der Ausstellung, die bis zum 27. April gezeigt wird, kostenlos sei. „Nur wer die gesamten Ausstellungen im Museum anschauen möchte, muss wie üblich Eintritt zahlen.

Antonia Beran bittet darum, dass Gruppen, die die Ausstellung besuchen wollen, sich ebenfalls anmelden. Möglich ist dies unter der Telefonnummer 03933 / 80 35 21 oder unter E-Mail: kreismuseumjl.genthin@web.de.