Genthin l Menschen in Bewegung, Land und Natur und Nachtansichten zeigt eine neue Ausstellung in der Stadt- und Kreisbibliothek. Der Hobbyfotograf Andreas Höschel aus Genthin zeigt unter dem Titel „Fokusfremd“ analoge und digitale, schwarzweiß und farbige Fotografien. Darunter Bilder vom Potsdamer Platz in Berlin. „Dort wollte ich die Bewegung zeigen, aber die Leute sind ganz schnell weitergelaufen, sodass die Bilder nicht gelangen“, erzählte der 31-Jährige während der Eröffnung.

Sterne über Zabakuck

Eine junge Frau sei so beschäftigt mit ihrem Handy gewesen, dass am Ende doch eine ansprechende Aufnahme gelang. Die Schwarzweiß-Fotografien aus Berlin, prägen eine Wand im Veranstaltungsraum. Auch Naturbilder aus Genthin, Fischbeck und Klietznick finden sich in der Ausstellung. Dabei hat Höschel die Jahres- und Tageszeiten im Blick. Unter anderem in Zabakuck. „Dort ist der Mond zu sehen, obwohl ich eigentlich die Sterne fotografieren wollte.“

Fotografie liegt in der Familie

Ein großformatiges Bild der Rotehornbrücke in Magdeburg ist nur mit viel Geduld entstanden. „Ich war dort 20 Zentimeter vom Wasser entfernt und habe dort rund 40 Minuten gehockt“, erzählte Höschel mit einem Lachen. „Ich weiß nicht, was die Passanten von mir gedacht haben.“ Andreas Höschel ist die Fotografie sozusagen in die Wiege gelegt worden. Seine Großmutter war einst Fotografin im Kreismuseum. „Ich fotografiere immer noch mit einem 40 Jahre alten analogen Objektiv von ihr, dass ich auf einer digitalen Kamera nutze“, berichtet er.

„Ich kann mich noch an Ihren Urgroßvater erinnern, auch er war in Sachen Fotografie für das Museum unterwegs“, fügte die Bibliotheksleiterin Gabriele Herrmann hinzu. Überhaupt ging es während der Ausstellungseröffnung sehr familiär zu. Höschels Mutter Bärbel, Leiterin des Touristenzentrums Zabakuck, nahm sich genau so Zeit die Eröffnung zu besuchen, wie auch Großvater Heinz Höschel und Freunde des jungen Fotografen. „Wir hoffen nun auf viele Besucher, die sich die Bilder bis Ende Juni hier im Haus anschauen“, meinte Cornelia Draeger von der Bibliothek. Einen Einblick in das Schaffen des Fotografen gibt es hier.