Genthin l Kleiner Babyboom in Genthin: 121 Kinder wurden laut Stadtverwaltung im Jahr 2016 angemeldet, 2015 waren es 109. Die Statistik hat noch mehr zu bieten, eine Übersicht:

Geschlecht: Die Geschlechter hielten sich 2015 noch die Waage, es wurden 52 Mädchen und 57 Jungs geboren, es gibt 2016 einen kleinen Mädchenüberschuss. 65 Mädchen stehen 56 Jungs gegenüber.

Kreativität: Einen klaren Namensfavoriten haben die Genthiner nicht. Die Chance ist hier recht groß mit seinem Namen der Einzige im Jahrgang zu sein. Die beliebtesten Namen wurden dreimal vergeben. 2016 bekamen drei Mädchen den Namen Marie. Bei den Jungs lässt sich keiner als „Gewinner“ festmachen, weil kein Name mehr als zweimal vergeben wurde. Jeweils zweimal wurden Genthiner Jungs Emil, Joel, Liam und Til genannt. 2015 war das noch anders, hier gab es mit Friedrich einen Favoriten bei den männlichen Vornamen, der dreimal vergeben wurde. Bei den Mädchen kam im Vorjahr kein Name auf mehr als zwei Kinder. Annabell, Emma, Melina, Mia, Pia und Romy wurden je zwei Babys genannt.

Trends: Was bleibt, ist der Trend zu alten Namen. In der Auflistung finden sich mit Anna, Elisabeth, Anni, Emma und Hanna Vornamen die auch schon zu (Ur)Großmutters Zeiten angesagt waren. Reizvoll an den Klassikern ist oft ihre starke Bedeutung, so enthält zum Beispiel Friedrich die althochdeutschen Worte für Frieden und mächtig, die Kurzform Fritz findet sich ebenfalls in der aktuellen Auflistung für Genthin. Die Jungs in der Kanalstadt heißen außerdem Paul, Alexander, Anton oder Ferdinand.

Der Einfluss englischer Namen ist in den vergangenen Jahren zurück gegangen, in der neuen Statistik zeigt sich allerdings, dass viele Genthiner gern nach Großbritannien oder in die USA schauen, um sich bei der Namenswahl inspirieren zu lassen. So findet man 2016 Jungsnamen wie Tayler, Colin und Conner und den Mädchennamen Summer. Tayler ist eine Variante von Taylor. Das ist der ursprünglich als Nachname verwendete Berufsname des Schneiders. Seit dem 19. Jahrhundert wird Taylor sowohl als männlicher als auch als weiblicher Vorname genutzt. Der Name ist vor allem im englischen Sprachraum stark verbreitet.

Stadt und Land: Von deutschlandweiten Namenstrends lassen sich die Genthiner nur bedingt beeinflussen. Der beliebteste weibliche Vorname in Deutschland ist Mia. In Genthin wurde kein Baby so genannt. Dafür heißen jeweils drei Mädchen Marie oder Zoe/Zoey. Im bundesweiten Ranking folgen dann Emma und Sophia, diese Namen wurden auch in Genthin jeweils zweimal vergeben. Die Hitliste der Jungsnamen in Deutschland führt Ben vor Paul und Jonas an. In Genthin wurde 2016 ein Junge Ben, ein weiterer Paul, aber keiner Jonas genannt.

International: Nicht nur Namen aus dem englischsprachigen Raum halten Einzug in die Genthiner Statistik, auch arabische Namen sind stärker vertreten als noch 2015. Das Flüchtlingsthema findet sich also auch in der Auflistung der Vornamen wider. Modaser, Mohammed, Moshaber, Mustafa und Omar wurden je einmal vergeben.

Begrüßungspaket: Für alle Babys aus Genthin und den Ortschaften gibt es seit 2015 ein Begrüßungspaket, das die Stadt mit Hilfe einiger Sponsoren zusammen gestellt hat. Abgeholt werden kann es in der Schwangerschaftsberatungsstelle im Haus der Diakonie (Poststraße 3). Unter 039 33/82 38 85 sind die Mitarbeiter zu erreichen, um einen Termin zu vereinbaren.

Statistik: Zwar wurden 2016 mehr Menschen geboren als 2015, eine Zunahme der Bevölkerung bedeutet dies trotzdem nicht. 246 Sterbefälle stehen den 121 Geburten gegenüber. 125 der Gestorbenen waren Männer, 121 Frauen. Die meisten Menschen starben im Februar (31), die wenigsten im November (9).