Jerichow l Auch weiterhin gilt für die Sparkassenfiliale der Stadt Jerichow eingeschränkte Öffnungszeiten. Das wäre ja noch hinnehmbar, wenn die streikende Technik im Vorraum nicht wäre. Beides zusammen führt in letzter Zeit wiederholt zu Unmut unter den Einwohnern der Stadt wie der umliegenden Orte.

Begrenzte Möglichkeiten für Überweisungen

Besonders ältere Menschen leiden an den immer noch begrenzten Möglichkeiten, Bargeld abzuholen oder Überweisungen zu tätigen. So weist Erika Bylski aus Jerichow darauf hin, dass „wir als Ältere doch besonders durch den Virus gefährdet sind“. Da es dann an dem einen Tag in der Woche zu Menschenschlangen an dem Sparkassenterminal und an den Schaltern komme, sehe sie sich einem eventuellen Ansteckungsrisiko besonders ausgesetzt. „Schön wäre es, wenn das Institut wieder an wenigstens zwei Tagen öffnen würde“, sagt Erika Bylski und hofft, dass sich dann der Kundenansturm etwas auflockert.

Andere Mitbürger beschweren sich darüber, dass der SB-Terminal und der Geldautomat regelmäßig ausfielen und es oftmals über mehrere Tage nicht möglich war, selbst per Dateneingabe Gelddinge zu regeln. „So waren wir auf den einen Tag angewiesen, an dem der Schalter offen hatte“, sagt Ivonne Below aus Jerichow.

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Leistungen heruntergefahren

Aktuell hat das Geldinstitut seine Dienstleistungen wegen der Corona-Pandemie deutlich heruntergefahren, sagt die Regionalbereichsleiterin für Genthin und Jerichow der Sparkasse Jerichower Land, Sibylle Schlössel. In der letzten Zeit, so sagt sie, gab es vermehrte Kritik zu Öffnungszeiten und dem fehlenden Vor-Ort-Service unter anderem in der Einheitsgemeinde Jerichow.

Derzeit sucht Schlössel die Geschäftsstellen ihres Zuständigkeitsbereichs auf, betreibt Ursachenforschung und will Abhilfe schaffen. „Wir überlegen, ob wir den einen Tag mit der langen Öffnungszeit auf zwei Tage mit eben weniger Stunden aufsplitten“, informiert die Regionalleiterin. Auch habe sie sich entschlossen, immer dieselben Mitarbeiter in den Geschäftsstellen einzusetzen, um so den Menschen ein bekanntes Gesicht zu bieten und „auf ein vertrauliches Verhältnis komme es ja gerade in Geldsachen an“.

Terminabsprachen möglich

Dazu hat Schlössel Teams gebildet, die abwechselnd in Jerichow, Parey und Genthin-Nord den Kunden mit ihrem Fachwissen, aber auch ihrer Kenntnis über die Bedingungen vor Ort zur Seite stehen. Für Beratungsgespräche sei noch ein zweiter Mitarbeiter vor Ort, der sich dann Zeit nehme für die persönlichen Belange des Kunden. Für solche Gespräche, so Bereichsleiterin Schlössel, können auch Termine außerhalb der Öffnungszeiten vereinbart werden und kommt auf die Wetterbedingungen der letzten Wochen zu sprechen.

Denn die Hitze hatte laut Techniker-Aussagen, „entscheidenden Anteil, dass die Automaten nicht mehr funktionierten“. Die Gründe sind schnell aufgezählt: Zum einen sei die Klimaanlage unterdimensioniert und zum anderen werden die Terminals häufiger genutzt. In den Hitzeperioden der letzten Jahre fiel das nicht weiter auf – denn die Jerichower nahmen ihre Bankgeschäfte an den Schaltern zu regelmäßigen Öffnungszeiten wahr.

Technik wird nachgerüstet

„Wenn abends noch jemand Geld abholte oder eine Überweisung eintippte, dann kam der Terminal nicht an seine Leistungsgrenze.“ Nächste Woche soll eine leistungsstärkere Klimaanlage nachgerüstet werden, verspricht Sibylle Schlössel. Einer von zwei Mitarbeitern in der Jerichower Filiale ist Heike Ludwig. Hier greift sie älteren Frauen und Männern schon mal „unter die Arme“ beim Ausfüllen von Überweisungsträgern oder beim Finden einer IBAN. „Mein Arbeitsplatz ist der Schalter“, so Ludwig. Gerade ältere Menschen wollen ihre Gelddinge am Schalter regeln und mit jemanden sprechen, den sie kennen.

Die Bedingungen in der Jerichower Sparkasse sind ausreichend für den Weiterbetrieb in Zeiten von Abstandsregelung und umfangreichen Hygiene-Maßnahmen. Die Schalter der Filiale sind so eingerichtet, dass Mitarbeiter einem überschaubarem Risiko ausgesetzt seien und nur mit Überweisungsträgern und Bargeld in Kontakt kommen müsse.

Was auch weiterhin nicht zu verändern sei, dass der Briefkasten, gedacht für Überweisungsträger und Formulare, nicht genutzt werden darf. Das habe rechtliche und organisatorische Gründe, informiert Markus Volke vom Vorstand schon vor längerem: „Wir können nicht die tägliche Leerung des Briefkastens garantieren.“ Daher können Überweisungsträger nicht pünktlich gebucht werden. Die Mitarbeiter seien dazu verpflichtet, am nächsten Tag die Buchung vorzunehmen.