Genthin l Nach dem Abriss des heruntergekommenen Kiosks an der Ecke Poststraße/Bahnhofstraße tut sich auf dem Gelände etwas. Baufahrzeuge sind angerückt, das Erdreich wird bewegt. „Ich bin zuversichtlich, dass wir den geplanten Termin für die Fertigstellung des Parkplatzes im November halten werden“, sagte am Montag Fachbereichsleiterin Dagmar Turian auf Volksstimme-Nachfrage. Bereits in den vergangenen Monaten wurde von ihr eine Fertigstellung im Spätherbst in Aussicht gestellt.

Raum für 15 Parkplätze

Im erweiterten Bereich des ehemaligen Kiosks wird eine Fläche entstehen, die insgesamt Raum für 15 Parkplätze bietet, davon zwei Behindertenparkplätze und einen Parkplatz für Mopeds. Die Zufahrt wird eine „beengte Angelegenheit“ und erfolgt ausschließlich über die Bahnhofstraße. Mit den Bauleistungen sind derzeit zwei ortsansässige Unternehmen befasst.

Rabatte entlang der Poststraße

Der Parkplatzbau ist eines von wenigen Projekten, die trotz fehlenden Haushalts der Stadt in diesem Jahr noch durchgezogen werden können. Denn die Kosten, rund 150.000 Euro, können vollständig über Stadtsanierungsmittel aufgebracht werden. „Vielleicht schaffen wir es sogar, die zunächst veranschlagten Kosten leicht zu unterschreiten“, zeigte sich die zuständige Fachbereichsleiterin zuversichtlich.

Um den Parkplatzneubau hatte es in den vergangenen zwei Jahren große öffentliche Diskussionen gegeben. Mit den Parkflächen will die Stadt insbesondere den Bahn-Pendlern entgegenkommen, die ihr Auto in der Nähe des Bahnhofes abstellen müssen. Die Parkflächen am Bahnhof, sowohl an der Bahnhofstraße als auch an der Bebelstraße, sind werktags außerhalb der Ferien- und Urlaubszeit komplett belegt.

Ursprünglich war der Bau der Anlage mitten in der Grünanlage an der Bahnhofstraße geplant. Etwa ein Viertel der Grünfläche sollte nach dieser Planung dem Parkplatzvorhaben weichen.

Widerstand bei ursprünglicher Variante

Das scheiterte allerdings am heftigen Widerstand der Genthiner, die die Parkanlage nicht einem Parkplatz opfern wollten.

Alternativpapier

Dafür setzte sich ein Alternativpapier von Stadtrat Gerd Mangelsdorf (CDU) durch. Seine Vorschläge, von einem Planer bearbeitet, werden nun im Wesentlichen umgesetzt. Mangelsdorfs Überlegung, den östlichen Gehweg im abgetrennten Fahrbahntunnel der Poststraße auch als Parkfläche einzurichten, erwies sich aus Sicherheitsgründen allerdings nicht als praktikabel.

Verworfen werden musste auch die Überlegung, die von Avacon für ihre Mitarbeiter am Schwarzen Weg angemietete Parkflächen öffentlich mitzunutzen. Insbesondere die Stadtsenioren hatten sich dafür stark gemacht.