Genthin l „Wir haben lange darauf gewartet und freuen uns, dass es nun losgeht“, zeigte sich Angelika Wiegmann, Leiterin der Uhland-Grundschule, kürzlich hocherfreut. Vor den Ferien wurde die 1980 gebaute Halle ein letztes Mal für den Schulsport genutzt, als dort Aufwärmübungen für den Herbstlauf stattfanden. Mittlerweile ist die Halle gesperrt und die Vorbereitungen für die anstehenden Sanierungsarbeiten laufen.

Umfangreicher Maßnahmenkatalog

Ab Montag wird umfänglich gearbeitet. Ganze zwölf Punkte zählt der Maßnahmenkatalog, den die Stadt Genthin zusammengestellt hat. So wird das Dach gedämmt, die Fassade mit einer Wärmedämmung versehen, der Bodenbelag mit Wärmedämmung erneuert. Außerdem entsteht ein Prallwandschutz, die Türen und Fenster werden erneuert, es gibt Malerarbeiten und eine energiesparende Beleuchtungsanlage.

Auch im Paket: Die Sanierung der Heizungs- und Lüftungstechnik mit Wärmerückgewinnung. Zudem wird ein Teilbrandschutz, ein Hausalarm, eine Sicherheitsbeleuchtung und eine barrierefreie WC-Anlage eingerichtet.

Gebaut wird mit Stark-III-Mitteln. Die Gesamtkosten liegen bei rund 1,1 Millionen Euro, der Eigenanteil der Stadt bei knapp 500.000 Euro. Die Kosten waren auch der Knackpunkt, weshalb die eigentlich sicher zugesagte Sanierung immer wieder verschoben wurde.

Erhöhte Ausgaben

Ursprünglich war mit etwas über 900.000 Euro Gesamtbausumme kalkuliert worden. Doch nach den Ausschreibungen erhöhten sich die Baukosten. Die Baufirmen hatten höhere Kalkulationen eingereicht, als von der Stadt im Vorfeld erwartet wurde.

Da der Förderanteil fix war, musste die Stadt Genthin mehr Geld in die Hand nehmen. Doch die dringend benötigte Sanierung stand in den Fachausschüssen und im Stadtrat nicht zur Diskussion. Anders als vor fünf Jahren. Damals gab es einen städtischen Plan, in die Jahre gekommene Sporthallen in absehbarer Zeit zu schließen, darunter auch die Halle an der Uhlandschule.

Einst kurz vor der Schließung

Der Unmut in der Bevölkerung war groß und während einer Stadtratssitzung Ende 2014 hatten Eltern der Grundschüler und Mitglieder mehrerer Vereine ihren Unmut über den möglichen Wegfall der Halle kund getan. Da halfen auch Beteuerungen des damaligen Bürgermeisters Thomas Barz nichts, der meinte: „Es wird morgen niemand mit dem Schlüssel kommen und die Turnhalle dichtmachen.“

Vor drei Jahren beschäftigte sich sogar Innenminister Holger Stahlknecht während eines Besuches in Genthin mit der prekären Situation der Genthiner Sporthallen. Zu diesem Zeitpunkt lief bereits ein Stark-III-Antrag der Stadt, mit dem eine Sanierung der Uhland-Sporthalle in Angriff genommen werden sollte.

Nach dessen Bewilligung 2018 begannen die Vorarbeiten für die konkrete Umsetzung der Maßnahme. Die Vorteile liegen auf der Hand: In der Uhlandschule könne nach der Sanierung der Sportunterricht dauerhaft unter besseren Bedingungen angeboten werden.

Eltern haben Sanierung gefordert

Bevor es jedoch so weit ist, müssen die Beteiligten noch einiges an Geduld aufbringen.

Gebaut wird nach jetzigem Stand voraussichtlich bis zum Juli 2020, die Schulkinder müssen zum Sport in andere Hallen und Räume umziehen, ebenso die Sportvereine, die ihre Übungsstunden bereits deutlich reduziert hatten. Unter anderem waren in der Vergangenheit der Fußballverein Borussia Genthin und SV Chemie Genthin in der Halle vertreten.

Allerdings begrüßten sämtliche Vereine die nun beginnenden Maßnahmen. „Es ist gut, dass wir damals den Mut hatten, gegen die Schließungspläne zu reden“, sagt Wulf Thomas vom Genthiner Volleyballverein vor einiger Zeit.

Er sei auch froh, dass sich die Stadt weiterhin um Fördermittel bemüht habe und damit letztlich erfolgreich gewesen sei.