Genthin l Als Gast im Ausschuss erläuterte Gerhard Flügge, Chef der Agrargenossenschaft Hohenseeden Probleme, die durch die teilweise 45 bis 60 Jahre alten Pappeln entstehen. „In den vergangenen Jahren sind große Äste auf die Wege gefallen, auch sind schon ganze Bäume umgestürzt.“ Flügge sah eine Gefährdung für die Mitarbeiter, aber auch für Fahrradtouristen oder Spaziergänger. Im Sommer hatte sich die Agrargenossenschaft an die Stadt gewandt und auf die Gefahren hingewiesen. Drei Bereiche hat die Agrargenossenschaft als gefährlich ausgemacht: Den Pappelweg (Schlohteich), den Weg Dreißig Morgen (Abzweig vom Pappelweg) und den Melkstandweg (Weg zur alten Burg).

„Die ersten beiden Wege werden während der Spargelzeit mehrmals am Tag von rund 70 Personen genutzt, den dritten Weg zu den Weiden nutzen wir täglich“, erläuterte Flügge. Da die Mitarbeiter mehrfach am Tag die Strecke befahren, kommt Flügge auf rund 300 Personenbewegungen. „Wir haben auch Interesse an Alleen, aber im derzeitigen Zustand sind die Bäume eine Gefahr“, machte der Genossenschaftsleiter deutlich. Eine erste Begutachtung durch die Untere Naturschutzbehörde bestätigt diese Annahme. Schnittmaßnahmen und Einzelbaumfällungen seien auf dem Pappelweg und dem Abzweig nicht sinnvoll, war ein Ergebnis.

„Eine Fällung des gesamten Bestandes von 103 Bäumen und eine anschließende Ersatzpflanzung sind möglich.“ Auf dem Melkstandweg könnten Einzelbaumfällungen und Totholzschnitte beantragt werden. Hier seien die Pappeln zu jung, um eine Genehmigung für eine Fällung des gesamten Bestandes von 232 Bäumen zu erteilen. Über die Zahl der zu fällenden Einzelbäume werden derzeit noch keine Angaben gemacht. Der Stadt liegt bereits ein Angebot eines Forstbetriebs vor, der die Fällung über einen Stockkaufvertrag übernimmt, sodass keine Kosten anfallen und die Holzerlöse der Stadt zugehen. Auch die erforderliche Ersatzpflanzung soll über den Betrieb erfolgen.

Ersatzpflanzungen sind geplant

Im Wirtschaftsausschuss stieß die Planung auf großes Wohlwollen. „Ich sage ja, denn es sind vielgenutzte Wege und es trägt zur allgemeinen Sicherheit bei“, stimmte Lutz Nitz (Bündnis 90/ Die Grünen) zu. Nitz hatte die ökologische Nutzung im Sinn und fragte nach Bienenweiden und Blühwiesen in diesem Bereich. „Das ist dort nicht zu machen, da wir die Flächen für Ackerbau und zuallerst Spargel nutzen, daneben gibt es Grünland im Fiener Bruch, dass wir nutzen“, erörte Gerhard Flügge. Helmut Halupka (SPD) wollte wissen, welche Ersatzpflanzungen geplant seien. „Das hängt von den Vorgaben der Unteren Naturschutzbehörde ab“, antwortete Anett Lucke von der Stadtverwaltung.

Der Ausschussvorsitzende Harry Czeke (Die Linke) hofft auf eine vernünftige Planung der Ersatzpflanzungen. „Wir wollen in diesem Bereich Bäume und kein Gestrüpp als Ersatz.“ Insgesamt bewertete auch er den Vorstoß als gut und und als ökologische Aufwertung. Mit einem Augenzwinkern fügte er hinzu: „Wir müssen wohl überlegen den Pappelweg umzubenennen, damit wir Touristen nicht in die Irre führen.“ Die Vorlage wird in der kommenden Woche auch im Ortschaftsrat Parchen beraten. Letztlich befindet der Bau- und Vergabeausschuss in seiner Sitzung am 23. November über die Maßnahme, die bei Zustimmung noch in diesem Winterhalbjahr beginnen könnte.