Parey l Sie ist ein Stück Geschichte von Parey, die historische Paltrockwindmühle. Doch nun sind mal wieder Arbeiten an dem historischen Bauwerk notwendig geworden. Das sagt die Pareyer Bürgermeisterin Nicole Golz. „Die Mühle ist ein Erbe des verstorbenen letzten Müllermeisters Erwin Ogen“, wirft Golz einen Blick in die Vergangenheit.

Experte im Boot

Für das Bauprojekt konnte nun das Unternehmen „Mühlenbau Wernicke“ aus dem Wiedemarer Ortsteil Kyhna gewonnen werden. An der Spitze steht der Mühlenbauer Martin Wernicke. „Er hat sich bei seiner Arbeit auf historsiche Mühlen spezialisiert“ erzählt die Bürgermeisterin vor den kreisrunden Tafeln im Innenraum der Pareyer Mühle, die mit vielen Bildern die Historie aufweisen. In Kyhna selbst, wo sich Wernicke nach eigenen Angaben seinen Traum mit dem Umbau von einer Bock- zur Paltrockwindmühle realisierte, hat er sein Unternehmen angesiedelt. Die Gemeinde ist froh, einen solchen Experten mit im Boot zu haben. Die Referenzen auf seiner Website unterstreichen sein Engagement in diesem Bereich.

Eine erste große Aufgabe, die in Parey ansteht, ist die Erneuerung des Flügelkreuzes. Hier baut der Unternehmer auf vorhandenes Material. So werden wieder die Bruststücke aus Stahl mit verwendet. Mit den der für Witterung anfälligen Holzteilen wird anders umgegangen. Diese werden erneuert. Die Klappen sind aus Metall und können auch wieder für die Sanierung verwendet werden. Einen weiteren Bauabschnitt stellen notwendige Arbeiten am Rampenfußbodens dar. Dieser sei schadhaft und müsste entfernt werden. Danach sei ein neuer Fußboden zu montieren. Auch die Treppe am Eingang hoch zur Rampe ist in die Jahre gekommen und muss vollständig erneuert werden.

Die Einfriedung ist marode, 20 Meter müssen hier erneuert werden. „Es gibt einiges zu tun“, sagt Bürgermeisterin Golz. Für die Planung der Sanierungsmaßnahmen konnte wieder Erhard Jahn aus Wolmirstedt (Börde) gewonnen werden. Er hat auch das Mühlenprojekt seit dem Wiederaufbau, der 1991 notwendig war, begleitet. Die Kosten für die Gesamtmaßnahme betragen 57.350 Euro, 38.645 Euro davon werden über Leader gefördert. Der Heimatverein unterstützt die notwendigen Maßnahmen mit einer zweckgebundenen Spende in Höhe von 4000 Euro. „Zwölf Wochen nach Baustart kurz nach dem Mühlentag sollen die Arbeiten abgeschlossen sein“, erklärt Golz. Eine offizielle Einweihung sei nicht geplant. Bis zum Elbauenfest vom 10. bis 12. August soll die Mühle wieder zugänglich sein. „Dann sind hier auch alle Vereine vor Ort und feiern“, sagt die Bürgermeisterin lächelnd. Die Mühle sei nun schon ein Wahrzeichen und sie blickt gerne in die Vergangenheit. Hilfe dabei sind ihr die kreisrunden Dokumentation, die ehrenamtlich produziert wurden.

Immer wieder im Raum steht der letzte Mühlenbesitzer Erwin Ogen. Schon sein Urgroßvater war in Parey als Windmüller tätig. Aus der Hand von Erwin Ogen ging die Mühle in das Eigentum der Gemeinde über. Altbürgermeister Bernhard Melchert begleitete bereits das Tun an der historischen Mühle. Am 1. Mai 1983 brannte die alte Mühle nieder. Ein Blitzeinschlag setzte sie in Flammen. Im Herbst 1991 begann man mit dem Wiederaufbau. Jetzt heißt es mit den der anstehenden Sanierung des Bauwerkes nach dem Mühlentag: Glück zu!