Genthin l Reichlich vier Wochen nach der Vorstellung der Konzeptstudie zur geplanten Multifunktionshalle meldeten die Grünen im Umweltausschuss in dieser Woche weiteren Informationsbedarf an.

Schritt zur Planungssicherheit

Gegenstand war die bei der Vorstellung durch Architekt Rüdiger von Helmolt angekündigte Bodengrunduntersuchung. Sie war seinerzeit in Sorge um eine mögliche Kostenexplosion angeregt und veranlasst worden. Der Bodengrund, der unter anderem Torflinsen aufweist, hatte beim grundhaften Ausbau der angrenzenden Bundesstraße für Komplikationen gesorgt. Eine Grundwasserbelastung durch eine chemische Reinigung, die in der Vorwendezeit betrieben wurde, ist ebenso bekannt.

Vor diesem Hintergrund nutzte Günter Sander (Grüne) die Sitzung des Umweltausschusses, um den Stand der angekündigten Bodengrunduntersuchung zu hinterfragen. Fachbereichsleiterin Alexandra Adel setzte die Ausschussmitglieder daraufhin in Kenntnis, dass die Ergebnisse Bodengrunduntersuchung inzwischen vorliegen würden.

Kostenrahmen wird eingehalten

Sie würden nun für das Bauvorhaben Planungssicherheit schaffen, gab die Fachbereichsleiterin den Kenntnisstand der Verwaltung wieder. Alexandra Adel ging nicht näher auf technologische Details ein, deutete aber an, dass das Brandenburger Architekturbüro für das Bauvorhaben eine Pfahlgründung favorisiere.

Diese Ausführung würde den Kostenrahmen nicht sprengen, hielt sie sich vor den Ausschussmitgliedern relativ allgemein. Sie verwies auf eine Stadtratssitzung, bei der die Architekten und Ingenieure nochmals genauestens Rede und Antwort stehen werden. Guido Bäsler, Geschäftsführer des Architekturbüros Köber-Plan in Brandenburg, das mit der Entwicklung des Baukonzeptes betraut ist, sagte auf Volksstimme-Anfrage zu den Ergebnissen der Baugrunduntersuchung, dass aufgrund der ermittelten Baugrundsituation tragfähige Böden erst ab Tiefen von zirka 4,50 Meter unter Gelände anstünden.

Flachgründungen sind ausgeschlossen

Flachgründungen seien in diesem Bereich, so der Fachmann, aus wirtschaftlicher Sicht in Hinblick auf Bodenaushub und deren Entsorgung und Grundwasserhaltung ausgeschlossen. Zur sicheren Lastabtragung empfehlen die Architekten und Ingenieure der Köber-Plan GmbH eine herkömmliche Pfahlgründung mit Vollverdrängerpfählen, die eine Länge von zehn bis zwölf Metern aufweisen.

In einer ersten Reaktion auf die Anfrage im Umweltausschuss fühlten sich die städtischen Grünen bestätigt, dass die Bodengrunduntersuchung dringend notwendig war. Auch im Hinblick auf die partiellen Grundwasserbelastungen. Die Pfahlgründung biete den Vorteil, dass eine Grundwasserabsenkung, wie etwa beim Bau eines Kellers, umgangen werden könne, sagte Lutz Nitz. Somit brauche keine aufwändige Reinigung des Grundwassers vorgenommen werden, die hohe Kosten verursachen würden.

Bisher gehen erste Berechnungen der Gesamtkosten für die Multifunktionshalle von einem Betrag in Höhe von etwa vier Millionen Euro aus. Bis zum 30. November diesen Jahres will die Stadt - vorausgesetzt der Stadtrat segnet den ensprechenden Beschluss ab - einen Fördermittelantrag aus dem Programm „Stadtumbau Ost“ stellen. Hier beträgt die Mindestförderung 70 Prozent.