Jerichow l Ein Seilzirkus gehört oft zur Ausstattung von Spielplätzen. Über genau so einen Seilzirkus dachte auch das Team der Sekundarschule und der Verwaltung nach, nämlich als es um das Thema Verschönerung der Brettiner Grundschule ging. So stellten die Ratsmitglieder auf ihrer zurückliegenden Sitzung die Weichen für einen Seilzirkus auf dem Gelände der Schule. Das wurde im nichtöffentlichen Teil der Sitzung verhandelt. Wie Bürgermeister Harald Bothe in einem Gespräch informierte, soll der Seilzirkus den Hofbereich ergänzen. Schon seit vergangenem Jahr mache sich der Rat Gedanken zur Gestaltung des Schulhofbereichs.

Gelder vom Landkreis

Nun stellt sich die Frage, warum sich die Einheitsgemeinde Stadt Jerichow darum kümmert. „Das ist die einzige Schule im Landkreis, die eine Gemeinde im Auftrag des Landkreises verwaltet“, stellt Harald Bothe fest.

Die Kosten für das Projekt belaufen sich auf rund 50.000 Euro. Die Gelder kommen vom Landkreis. Der Stadtrat hat in seiner Sitzung die Vergabe beschlossen. Morgen soll der Auftrag an die zuständige Baufirma erteilt werden. Insgesamt beträgt die Höhe des Objektes sieben Meter.

Der Schulhof soll nun im Rahmen eines Beteiligungsprojektes weiter gestaltet werden. Einen ersten Gestaltungsentwurf gibt es bereits. Gelder dafür seien beim Landkreis beantragt. „Hier müssen wir aber warten, wie sich der Landkreis dazu positioniert“, sagt Bauamtsleiterin Marita Sontowski.

Sporthalle wird saniert

Und es ist nicht das einige Projekt, das im Bereich der Schule läuft. Immer noch im Gange ist die Sanierung der sich dort befindlichen Sporthalle. Derzeit wird immer noch an der Sanitäranlage und an der Heizung gearbeitet. Ende Oktober sollen dann die Deckenstrahler in die Halle kommen. Insgesamt betragen die Sanierungskosten dabei rund 400.000 Euro. Anfang bis Mitte November rechnet die Gemeinde mit der Fertigstellung der Sanierung. De Ursache für die Verzögerung liege, so Bothe, bei Schwierigkeiten hinsichtlich der Lieferung von Materialien. Urspünglich sollte nach den Herbstferien die Halle für den Schulsport freigeben werden.

Derzeit trainieren die Kinder und Jugendlichen auf dem Sportplatz. Der TSV Roßdorf/Brettin, der die Halle auch nutzte, weicht teilweise in die Schlagenthiner Sporthalle aus.

Ein wichtiger Grundsatzbeschluss wurde zum Ausbau der Kita Wirbelwind in Jerichow gefasst. Laut Vorlage beläuft sich die Kostenschätzung auf 250.000 Euro. Die Kita hat laut Betriebsgenehmigung vom 1. April 2017 eine Kapazität von 84 Plätzen. Der Landkreis duldet die Überbelegung mit 96 Plätzen nur befristet für den Zeitraum vom 1. August bis zum 30. Juli nächsten Jahres.

Aus diesem Grund war es Bothe auch wichtig, dass Ministerpräsident Reiner Haseloff sich vor Kurzem persönlich ein Bild von der Kindertagesstätte machte. Er brachte bei dem Haseloff-Besuch das Problem auf den Tisch: Bis August 2019 können keine weiteren Kinder aufgenommen werden, und die Nachfrage sei durchaus da.

Sieben Kitas

Für den Bereich Kindertagesstätten und Schulen zeichnet Cornelia Unger in der Jerichower Verwaltung zuständig. Sie bestätigte in dieser Gesprächsrunde im Rathaus die Auslastungen in den sieben Kitas unter dem Dach der Einheitsgemeinde. Auf der anderen Seite kämen immer mehr junge Familien in die Region. Sie würden auch weite Wege riskieren. Aber ein funktionierender Standort mit Schule und Kita wäre eine Motivation zu bleiben. „Auch Arbeitsplätze gibt es hier, wir haben die Kindertagesstätten, wir haben den Tief- und Gleisbau vor Ort“, stellte Bothe fest.

88 Kinder besuchen Krippe und Kita

Haseloff bestätigte: „Das hier ist wirklich eine schöne Region.“ Vor allem sei es zu begrüßen, dass immer mehr Menschen wieder hierher zurückkehren. Zudem sei es ein positives Signal, dass die Kitas entgegen früherer Prognosen ausgelastet sind.

Insgesamt besuchen 88 Kinder Krippe und Kita. Dazu kommen 64 Hortkinder, die in der angrenzenden Grundschule betreut werden. Insgesamt arbeiten in der Kindertagesstätte 14 Mitarbeiter. Dazu kommt eine Mitarbeiterin, die für die Spracherziehung zuständig ist.

Die Erweiterung der Kita ist ein dringliches Problem, das die Stadträte mit diesem Beschluss angehen. Andernfalls sei die Stadt nicht mehr in der Lage, den Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz wirklich zu gewährleisten.