Planung

Bekommt der Altenplathower Volkspark einen Skaterpark oder ein Amphitheater?

Von Mike Fleske
Der Volkspark ist die grüne Lunge Genthins. Wie soll der Park weiterentwickelt werden? damit beschäftigt sich ein Planungsentwurf.
Der Volkspark ist die grüne Lunge Genthins. Wie soll der Park weiterentwickelt werden? damit beschäftigt sich ein Planungsentwurf. Susanne Christmann

Altenplathow

Ein Planungsentwurf mit zwei Varianten soll aufzeigen, wie der Altenplathower Volkspark künftig gestaltet werden könnte. Beiden Varianten der Berliner Landschaftsarchitektin Katharina Baumgart ist gemein, dass es im bestehenden Naturbereich eine offenere Gestaltung und Annäherung an die historische Grundstruktur geben soll. Verwilderte Strauchbepflanzungen sollen gelichtet und überarbeitet werden.

Auch ist geplant, historische Sichtbeziehungen wieder herzustellen. Im Blick ist zudem die Herstellung der historischen Wegeführung und eine Bepflanzung mit historischen Bäumen sowie die Schaffung von Schmuckbeeten.

Der Volkspark in einer Gesamtansicht. Der Spielplatz unten links wandert in der zweiten Variante nach oben. Die Promenade entfällt.  Der weiße Bereich deutet die ehemalige Radrennbahn an, die bebaut werden soll.
Der Volkspark in einer Gesamtansicht. Der Spielplatz unten links wandert in der zweiten Variante nach oben. Die Promenade entfällt. Der weiße Bereich deutet die ehemalige Radrennbahn an, die bebaut werden soll.
Grafik: Stadt Genthin/Pro Media Barleben

Der Bereich der ehemaligen Radrennbahn wird von einem „Sand-Magerrasen-Biotop“ bedeckt, das sich südlich an die Rennbahn anschließt. Nach dem Naturschutzgesetz handelt es sich hierbei um ein geschütztes Biotop. Aus diesem Grund dürfen dort nur minimale Änderungen vorgenommen werden.

Die Planerin schlägt vor, dass die von der Stadt gewünschten sportlichen und kulturelle Aufbauten nur auf der Radrennbahn direkt erfolgen. Auch die Zufahrt für Anlieferungen sollte möglichst über die Parkstraße erfolgen. In Erwägung zieht sie auch die Zufahrt über Jerichower-, Altenplathower- und Parkstraße. Dazu müssten weitere Untersuchungen folgen.

Denkmalschutz wird berücksichtigt

„Auch in Betrachtung der gesamten denkmalgeschützten Parkanlage empfiehlt sich eine Konzentration des Sport- und Eventbereiches auf die Radrennbahn“, heißt es im Entwurf. So können die denkmalpflegerisch relevanten Bereiche von zusätzlichen Belastungen frei gehalten werden.

Einschränkungen gebe es bei Umsetzung der Vorschläge für das Frühlings- und Kartoffelfest. Durch die festen Einbauten an der Radrennbahn entfallen Flächen für Fahrgeschäfte und Buden.

Auch geplant sind im Bereich zur Fabrikstraße jeweils eine Hundeauslauffläche und ein Rodelberg.

Variante 1: Entwurf mit Skaterpark

Vergrößerung: Das Gelände um das Gutshaus soll wieder mit dem übrigen Park verbunden werden und das Gebäude für die Öffentlichkeit nutzbar werden. Vorgeschlagen wird seitens der Planerin eine Nutzung als Museum und Kulturhaus. Der Garten einschließlich der Obstwiese könnte mit einer dem Stil des 19. Jahrhunderts nachempfundenen Gestaltung den damaligen Zeitgeist wieder aufleben lassen.

Ein Novum: Mit der Anbindung des Pieschelschen Gartens an den Park würde die Verlegung des jetzigen Kinderspielplatzes angedacht. Als Ausweichfläche käme der zur Zeit verwilderte neue Garten infrage. Das Areal liegt zwar etwas ab vom jetzigen Hauptweg, ließe sich aber gut an die aufzuwertende Promenade am Kanal anbinden. So solle der Spielplatz auch für Gelegenheits- und Sonntagsbesucher zu nutzen sein.

Freizeitaspekt: Die Skater-Anlage könnte im Bereich der Radrennbahn aufgebaut werden. Verschiedene Streetskate-Elemente würden darin eingebaut werden. Die Grundfläche würde so gestaltet, dass sie mit Skateboards, Inlinern und Rollschuhen befahrbar würde. Im übrigen Bereich des Rennbahnbereiches könnten Mehrzweck-Sportfelder und Sitztraversen eingebaut werden. Im Rahmen der kulturellen Nutzung könnten mobile Bühne und Sitzgelegenheiten aufgebaut werden. Auch soll in der Nähe der Fabrikstraße eine Promenade am Stichkanal entstehen.

Fazit: Der Skaterpark im Volkspark ist eine beliebte Variante bei jungen Genthinern. Die Nähe zur Stadt und zum Jugendhaus machen diese Idee attraktiv. Allerdings sind viele ältere Genthiner oder Anwohner gegen eine solche Planung. Derzeit formiert sich deutlicher Widerstand gegen dieses Vorhaben. Hier könnten harte Diskussionen folgen.

Variante 2: Entwurf mit Amphitheater

Größe: Der Volkspark bleibt in seiner bisherigen Fläche identisch, denn in Variante 2 geht die Planerin davon aus, dass das Gelände der Schwesternschule vorläufig nicht wieder mit dem Park vereinigt werden kann.

Novum: Im Innenbereich der Radrennbahn wird eine Amphitheater-Anlage eingebaut, wie sie die Stadt bereits in einer Leader-Präsentation vorgeschlagen hat. Diese soll für Kulturveranstaltungen genutzt werden. Außerdem ist der Einbau einer festen Bühne, die von zwei Seiten bespielt werden kann, angedacht. Auf der früheren Radrennbahn sollen Sitzgelegenheiten eingebaut werden, die in der Höhe ansteigen. Außerdem werden Möglichkeiten für mobile Sitzgelegenheiten eingeplant.

Auch eine vereinfachte Ausführung beinhaltet die Planung: Hier beschränkt sich der Neubau auf die Amphitheater-Form, gibt also nur die Sitzmöglichkeit vor. Die Bühne käme als zeitweiser Aufbau zu den jeweils stattfindenden Veranstaltungen hinzu. Die Variante berücksichtigt auch eine sportliche Nutzung. Dafür werden Mehrzweck-Sportfelder eingerichtet.

Freizeitaspekt: Auf dem bestehenden Spielplatz sollen weitere Geräte eingebaut werden und in dessen Nähe ein Trimm-dich-Pfad eingerichtet werden. Für Jugendliche soll es eine große Fläche mit Hängematten und Sitzflächen in der Nähe des Elbe-Havel-Kanals geben.

Fazit: Die zweite Variante ist eine Art Alternativvorschlag und verzichtet auf den Skaterpark, nimmt dafür aber eine flexible kulturelle Nutzung des Radrennbahnbereiches in den Blick. Jugendliche bekämen hier zwar keine Skate-Anlage, würden aber mit einem eigenen Bereich zum Ausruhen und Treffen entschädigt. Diese Variante würde von den Einwohnern möglicherweise sachlicher diskutiert werden und bei einer Mehrheit eher auf Zustimmung stoßen. Eine Lösung für den lang gewünschten Skaterpark gebe es hier aber nicht.

Die Planung ist ausgelegt und im Internet abrufbar

Einsicht: Wer sich die Gestaltungsvorschläge anschauen möchte hat dazu zwei Möglichkeiten: Zum einen sind die Unterlagen auf der städtischen Internetseite einsehbar und zum anderen im Rathaus ausgelegt. Dort können die Unterlagen nach Anmeldung unter 03933 / 876 407 oder -317 eingesehen werden.

Bis zum 21. Mai können alle Einwohner, Vereine und Organisationen Stellungnahmen oder Vorschläge zu den Projektentwürfen abgeben. Dies kann per Brief oder E-Mail getan werden. Dazu kann die E-Mail-Adresse stadtverwaltung@stadt-genthin.de verwendet werden.

Nach Ablauf der Auslegungsfrist sollen alle Hinweise und Stellungnahmen fachlich bewertet und abgewogen werden. Eine Entscheidung des Stadtrates ist für Juli 2021 vorgesehen.