Genthin l „Wie geht es weiter mit dem Breitbandausbau in den Ortschaften?“, ist eine Frage, die derzeit mehrfach am Volksstimme-Lesertelefon gestellt wird. So sehe man etwa in Paplitz keine Arbeiter mehr, nachdem im Frühjahr 2019 eine rege Bautätigkeit herrschte.

Auch in Tucheim waren Bauarbeiter in Aktion. In Fienerode und Hagen werden zu geringe Geschwindigkeiten beklagt, mit denen kaum 6 Mbit/s zu erreichen seien. Ähnlich sehen es auch Anwohner des Mützeler Mollberges, die jüngst im Ortschaftsrat beklagten, dass das Dorf zwar grundsätzlich gut ausgebaut sei, aber es dennoch einige Bereiche gäbe, die nicht so gut versorgt seien.

Arbeiten sind fast abgeschlossen

Ein Telekom-Sprecher sagt dazu: „In den von Ihnen genannten Orten sind die bautechnischen Arbeiten nahezu abgeschlossen.“ Danach werde eine Abnahme der Arbeiten erfolgen. „Anschließend erfolgen noch einige Dokumentationsarbeiten.“ Der Sprecher geht davon aus, dass die Anschlüsse zum Quartalswechsel des dritten auf das vierte Quartal buchbar seien.

Das bedeutet, dass insbesondere die Paplitzer und Tucheimer im September oder Oktober über die höheren Geschwindigkeiten bis zu 100 Mbit/s verfügen können. Bevor es dazu kommt, müssen die Ortsbewohner allerdings tief in die Tasche greifen. 599 Euro kostet der Anschluss an das schnelle Glasfasernetz, sofern man auf einen Aufruf der Telekom bis Ende Mai reagiert. In den Ortschaften gibt es eine Anschlussgebühr, da dort die Variante Glasfaser bis ins Haus, „Fiber To The Home“ (FTTH), für den Ausbau verwendet wurde.

In der Stadt über Kupferkabel

Etwas anders sieht es im Stadtgebiet Genthin aus. Hier wurde in den vergangenen Jahren der Ausbau auf 250 Mbit/s vorangetrieben. Entlang der Brandenburger und der Friedenstraße sind diese Geschwindigkeiten ebenfalls demnächst verfügbar. Allerdings ist hier die Variante „Vectoring“ mit Glasfaser auf der Strecke und Kupferkabel ab dem Verteilerkasten zu den Häusern gewählt worden.

Das es zwei Anschlussvarianten gibt, hat mit den unterschiedlichen Aufträgen zu tun. In der Stadt hat die Telekom selbst den Ausbau vorangetrieben, in den Dörfern liegt ein Förderprogramm des Landkreises zugrunde. Den Nachteil der hohen Anschlusskosten machen die Dörfer durch gleichbleibende Geschwindigkeiten wett. Heißt, wer 100 Mbit/s bucht, bekommt diese auch.

Geschwindigkeiten schwanken

„Der Nachteil der in der Stadt verwendeten Vectoring-Technik ist, dass je weiter der Nutzer vom Verteilerkasten weg wohnt, die Geschwindigkeiten geringer werden“, hatte Roland Voigt von der Telekom im Frühjahr im Genthiner Wirtschafts- und Umweltausschuss eingeschränkt. Dort war auch auf die nicht zukunftsweisende Art des Anschlusses eingegangen worden. „Die Anforderungen werden sich mit Smart TV und verschiedenen Anwendungen weiter erhöhen, wir werden in einigen Jahren erneut über den Glasfaserausbau sprechen müssen“, lautete die Kritik einiger Ausschussmitglieder.

Das befürchtete auch Telekomexperte Voigt und erläuterte: „Im Moment können wir die Versorgung im Stadtgebiet nicht komplett mit Glasfaserkabel umsetzen, das ist zu teuer.“ Der Ausbau in Parchen ist seit dem Frühjahr erledigt. Auch Gladau, Dretzel und Schattberge sind mit versorgt. Allerdings gibt es dort keine Angebote für Internetgeschwindigkeiten bis 100 Mbit/s. Auch diese sollen noch folgen, so die Telekom.