Genthin l Mit Christian Piesker geht ein weiterer Kandidat in das Rennen um das Genthiner Bürgermeisteramt. Er ist am Gründonnerstag von der Mitgliederversammlung des Kreisverbandes der Partei Alternative für Deutschland (AfD) nominiert worden. Der inzwischen neunte Bewerber ist 61 Jahre alt und verheiratet. Er war mit 34 Jahren der jüngste Hoteldirektor von Berlin. Er  machte sich 16 Jahre später als Unternehmensberater für Klein- und mittelständische Unternehmen  selbstständig. "Eigentlich wollte ich beruflich kürzer treten", benannte  Piesker den Grund für seinen Umzug von Berlin nach Hohenbellin in das Jerichower Land vor einem Jahr. Piesker war in Berlin-Reinickendorf parteipolitisch für die AfD tätig. Einer anderen Partei gehörte er zuvor nicht an.

Der 61-Jährige wurde einstimmig von den Mitgliedern als Bürgermeisterbewerber  gewählt. Er sprach sich für eine stärkere Einbindung der Bevölkerung in kommunalpolitische Entscheidungen  aus und plädierte für regelmäßige Bürgersprechstunden in der Stadt und den Ortschaften. Wirtschaftlich, so Piesker, müsse damit gerechnet werden, dass Genthin einen sechs- bis achtprozentigen Einnahmeschwund in den nächsten Jahren erleiden werde, darauf müsse man reagieren und die Finanzen neu aufstellen. Auch befand er den Leerstand in der Innenstadt als zu hoch und wolle dort gemeinschaftlich Abhilfe schaffen. " Wenn jemand in der CDU oder SPD  diesbezüglich  vernünftige Vorschläge hat, bin ich auf jeden Fall der Meinung, die mit ins Boot zu holen."

Beim Thema Krankenhausschließung wurde er besonders deutlich: „Die Gesundheitsversorgung muss für die Menschen da sein." Zumindest eine Notfallversorgung sollte organisiert werden. Auch die Unterhaltung der Schwimmhalle müsse hinterfragt werden. Die Schwimmhalle  sei ein Gebäude aus der DDR-Zeit. „Es gibt kein Nichtschwimmerbecken." Das sei schlecht für Familien mit Kindern.

Am 12. April entscheidet der Wahlausschuss über die endgültige Zulassung zur Genthiner Bürgermeisterwahl, die am 29. April stattfinden wird.