Genthin l Die Genthiner hat es am Sonntag nicht gerade an die Wahlurnen gedrängt. Die Wahlbeteiligung rutsche im Vergleich zum ersten Wahlgang am 29. April von 44,9 Prozent um satte neun Prozent auf 35,9 Prozent ab. Von 12.344 Wahlberechtigten machten lediglich 4427 Genthiner von ihrem Wahlrecht Gebrauch. Gedränge gab es in den Wahllokalen wahrlich nicht.

Wahlbeteiligung schleppt sich

Die Wahlbeteiligung schleppte sich über den ganzen Tag dahin. Um 11 Uhr hatten 10,53 Prozent ihre Stimme abgegeben, um 14 Uhr pegelte sich die Wahlbeteiligung auf 18,7 Prozent ein, um 16 Uhr waren 23,5 Prozent erreicht. Wenn die Genthiner ihren Bürgermeister wählen, zeigen sie sich eigenwillig. Ein Blick in die Vergangenheit.

Fast unglaublich, dass es bei den Genthiner Bürgermeisterwahlen im Jahr 1994 um 18 Uhr noch Schlangen an den Wahllokalen gegeben hat. Die Bürgermeisterwahl fiel seinerzeit zusammen mit der Landratswahl, in deren Ergebnis Detlef Lehmann (SPD) und Wolfgang März (CDU) in die Stichwahl gingen.

1994 gleich sieben Kandidaten

Sieben Kandidaten bewarben sich seinerzeit um das Amt des Genthiner Bürgermeisters, wobei Wolfgang Bernicke gleich im ersten Anlauf die Hürde über die absoluten Mehrheit schaffte. Über 70 Prozent der Wähler nahmen ihr Wahlrecht wahr.

Sieben Jahre später war die Euphorie unter den Wählern offensichtlich verflogen, die Wahlbeteiligung sackte 2001 auf 39,07 Prozent ab.

Stichwahl nichts neues

Bereits vor zehn Jahren gab es mit einer Stichwahl zwischen Wolfgang Bernicke und Michael Rebischke eine ähnliche Ausgangsposition wie bei der aktuellen Bürgermeisterwahl. Im ersten Wahlgang gaben 44,35 Prozent der Wähler ihre Stimme ab (aktuell 44,9 Prozent), das Interesse an der Stichwahl hielt sich seinerzeit im Gegensatz zu den aktuellen Wahlen mit 43,88 Prozent in etwa auf dem gleichen Niveau.

Es setzte sich, wenn auch knapp, der als Favorit gehandelte Wolfgang Bernicke durch. Zehn Jahre später drehen die Genthiner den Spieß um, verweisen die Favoritin auf Platz zwei und geben Quereinsteiger Matthias Günther den Vorrang.