Genthin l Selbstbewusst und eloquent: Heike Seidel, Inhaberin einer Genthiner Zoohandlung, redet nicht viel Drumherum. Als eine Überraschungskandidatin in der Reihe der Bürgermeister-Kandidaten sieht sie sich nicht. „Ich habe schon bei der letzten Bürgermeisterwahl mit mir gekämpft, ob ich mich aufstellen lasse“, gesteht sie freimütig.

Gewaltige Reaktionen

Letztlich hätten sie ganz persönliche Gründe davon abgehalten, den Schritt in die kommunale Öffentlichkeit zu gehen. Heike Seidel sieht sich mit ihrer Kandidatur jetzt auf dem richtigen Weg. Sie habe „gewaltige Reaktionen“ in den vergangenen Tagen erfahren dürfen. „Wenn du jetzt auf der Liste stehst, gehe ich auch zur Wahl“, habe eine Bekannte zu ihr gesagt. Die Maschinenbauingenieurin will bei den Wählern als Ur-Genthinerin und taffe Frau mit beruflicher Erfahrung punkten.

Beruflich hat sie sich unter anderem etliche Jahre als Konstrukteurin in Jena den Wind um die Ohren wehen lassen. „Ich bin wie viele der Arbeit gefolgt und musste Genthin beruflich den Rücken kehren.“ Aber selbst von Jena aus sei sie ihrer Heimatstadt stets treu geblieben und pendelte an den Wochenenden zwischen den Städten. Wegziehen sei für sie nicht infrage gekommen.

Betriebe erhalten

Die Erfahrungen dieser beruflichen Biografie will Seidel nun zu einem Credo ihrer Bürgermeister-Kandidatur machen. In Genthin, sagt sie deshalb, müssten unbedingt die Betriebe, Geschäfte und Handwerksbetriebe erhalten bleiben, sodass Menschen vor Ort eine Arbeitsstelle finden können.

Die Bürgermeister-Kandidatin sieht sich nah am Bürger. Durch ihre Tätigkeit in der Zoohandlung und dank eines großen Bekanntenkreises wisse sie, wie die Genthiner ticken. Wenn die Stadt mit einem Nachfolger des geschlossenen Krankenhauses wenigstens eine Notaufnahme erhalten würde, wäre das schon super, meint die Bürgermeister-Kandidatin.

Sparpolitik fortführen

Absolut gar nichts hält sie allerdings vom angestrebten Bau der Multifunktionshalle. „Was nutzt uns ein neues Kulturhaus, wenn es später leersteht“, zeigt Seidel Mut, sich dem derzeitigen Lieblingsprojekt vieler Genthiner entgegenzustellen.

Weicht sie in puncto Mehrzweckhalle vom Kurs des derzeitigen Amtsinhabers ab, sieht sie zu dessen Haushalts- und Sparpolitik keine Alternative. „Die Stadt muss zu Geld kommen, das ist das Wichtigste“. Im Falle eines Wahlsieges bedeutet der Sprung für die verheiratete Heike Seidel nur bedingt ein Sprung ins kalte Wasser.

Streiterin für Naturschutz

Sie habe Erfahrungen als Gewerkschafterin in der IG Metall sammeln können, verfüge über vielfältige organisatorische Fähigkeiten, die sie auch als Unternehmerin unter Beweis stellen müsse. Und außerdem habe sie ein dickes Fell, sagt Heike Seidel über sich.

„Ich musste mich schon immer durchsetzen und scheue keine Konflikte“, gibt sie eine deutliche Ansage. Die Bürgermeister-Kandidatin ist bekennende Tierschützerin und Streiterin für den Naturschutz. Sie unterstützt die neu gegründete Bürgerinitiative „Kontra Natura 2000“.