Genthin l Sportvereine, Treffen von Züchtern, Unternehmen, öffentliche Veranstaltungen. Häufig war Alexandra Adel dieser Tage auf Tour durch die Stadt und die Ortschaften. Als Fachbereichsleiterin Verwaltung/Bürgerservice, als Bürgermeistervertreterin und auch als Wahlkämpferin.

Bereichernde Erfahrung

Im Januar war sie als Kandidatin für die Bürgermeisterwahl von der SPD nominiert worden. „Seitdem habe ich viele sehr spannende Gespräche mit vielen Menschen führen und Kontakte knüpfen können.“ Für sie seien das Erfahrungen gewesen, die sie bereichert hätten. Nicht in die Partei einzutreten, hält sie für richtig. Niemand solle sagen, sie sei Mitglied geworden, nur um sich wählen zu lassen. Auch wenn die SPD ihr die Chance eröffne, die möglicherweise zweite Genthiner Bürgermeisterin nach Ella Jörgen (1910 - 1980) zu werden, wolle sie auf Kooperation etwa im Stadtrat setzen.

„Wer konstruktive Vorschläge unterbreitet, den will ich anhören.“ Zielführend Lösungen zu finden ist die Sache von Alexandra Adel. „Die Menschen haben Verständnis, wenn nicht immer alles gleich erledigt werden kann, aber sie möchten wissen, dass etwas vorangebracht wurde.“ So wolle sie als Bürgermeisterin über Zwischenstände informieren, die Arbeit der Verwaltung erläutern. „Dann wird auch die Akzeptanz gegenüber städtischen Entscheidungen größer.“

Arbeit von zu Haus

Für Alexandra Adel ist ihre Familie eine wichtige Stütze. Sie ist verheiratet und hat zwei Kinder. Dass sie weniger Zeit für die Familie haben werde, glaubt sie nicht. „Organisieren muss ich auch als Fachbereichsleiterin schon, Ausschüsse oder Stadtratssitzungen fallen eben in die Abendstunden.“ Lägen solche Termine an, erledige sie am Vormittag einen Teil der Arbeit von zu Haus und sei so bei der Familie. „Veranstaltungen wie das Frühlingsfest im Volkspark sind natürlich perfekt, um die eigene Familie mitzunehmen und Arbeit und Privates zu verbinden.“ Alexandra Adel hat sich vom Beginn ihrer Dienstzeit in der Verwaltung für die Kanalstadt begeistern können.

„Es war egal, wohin ich gekommen bin, überall wurde ich freundlich aufgenommen“, meint sie rückblickend. Dabei sei sie mit Vereinsmitgliedern, Ortschefs und Einwohnern ins Gespräch gekommen. „Auch wenn wir nicht immer einer Meinung waren, haben wir sehr sachlich diskutiert.“

Sprechstunde in den Orten

Nicht nur die Stadt, auch die Ortschaften hat Adel dabei zu schätzen gelernt. „Die Orte haben ihren eigenen Charme, die Menschen ihre eigenen Sichtweisen.“ Darauf wolle sie eingehen, wenn sie zur Bürgermeisterin gewählt würde. Eine städtische Diskussion wie etwa die um die Werbeschilder werde in den Ortschaften nicht so stark verfolgt. „Dort geht es eher darum, ob die Kita in Schuss ist oder die Straßen saniert werden.“ Sollte sie zur Bürgermeisterin gewählt werden, wolle sie Dinge wie die Bürgermeistersprechstunde auch auf die Ortschaften ausweiten. „Immer in Absprache mit den Ortsbürgermeistern“, betont die 32-Jährige.

Adels Verständnis für die Ortschaften kommt nicht von ungefähr, lebt sie doch selbst im brandenburgischen Ortsteil Plaue mit 2593 Einwohnern. „Ich denke, dort bin ich nah genug an Genthin, um das, was die Menschen bewegt, mitzubekommen und habe doch etwas Abstand, um bei bestimmten Dingen einen Blick von Außen zu haben und neutral bleiben zu können.“ Zudem seien es nur 15 Minuten Autofahrt bis nach Genthin, keine weite Entfernung. Sie bleibe Genthin verbunden, macht Adel deutlich. Auch wenn sie am Sonntag nicht Bürgermeisterin werden sollte.

„Ich wäre nach dem guten Ergebnis der ersten Wahl vielleicht kurze Zeit enttäuscht, würde als Fachbereichsleiterin aber vertrauensvoll mit dem neuen Bürgermeister zusammenarbeiten.“ Sie wolle sich weiterhin für Genthin einsetzen. „Mit den Erfahrungen, die ich sammeln konnte, ist es für die Stadt ein Mehrwert.“