Landtagswahl

CDU prescht in Genthin an die Spitze

Thomas Staudt (CDU) holt nach einem spannenden Duell mit Ulrich Siegmund (AfD) das Landtags-Direktmandat für den Wahlkreis 5. Deutlicher Sieger ist die CDU bei den Zweitstimmen.

Von Mike Fleske und Simone Pötschke
Die Landtagswahl wird im Mützeler Wahllokal von den Wahlhelfern ausgezählt.
Die Landtagswahl wird im Mützeler Wahllokal von den Wahlhelfern ausgezählt. Foto: Simone Pötschke

Genthin - Die CDU ist der großer Gewinner der Landtagswahl im Wahlkreis 5 Genthin/Tangermünde/Tangerhütte. Mit 31,8 Prozent der Erststimmen holte Thomas Staudt für die Christdemokraten erneut das Direktmandat. Der Kandidat der AfD, Ulrich Siegmund, konnte 28,6 Prozent der Erststimmen auf sich vereinen.

Der Abstand zwischen einem CDU- und einem AfD-Bewerber fiel damit denkbar knapp aus. Mit 38,5 Prozent lagen für die CDU im Wahlkreis 5 die Zuwächse bei den Zweitstimmen über dem Landesdurchschnitt von knapp 37 Prozent. Damit hatte sie vor der AfD, die 26,3 Prozent bei den Zweitstimmen verbuchte, deutlich die Nase vorn. (Stand 22.17 Uhr nach der Auszählung von 67 von 71 Wahlbezirken.)

Schwieriger Wahlkreis im Jerichower Land und im Landkreis Stendal

Thomas Staudt freute sich über sein Wahlergebnis, das er trotz eines schwierigen Wahlkreises und eines AfD-Mitbewerbers erringen konnte, der bereits fünf Jahre Landtagserfahrung vorweist. „Ich bin als Nobody angetreten und konnte dennoch überzeugen“, sagte Staudt. Er habe, sofern es Corona zuließ, einen Wahlkampf in allen Orten geführt und sich bekannt gemacht.

Sein direkter Konkurrent Ulrich Siegmund zeigte sich stolz auf sein Ergebnis. „Wir können auf eine stabile Stammwählerklientel bauen“, stellte er fest. Das Ergebnis müsse auch unter dem Aspekt bewertet werden, dass über die AfD häufig nur unter dem Gesichtspunkt berichtet werde, wer nicht mit ihr zusammenarbeiten wolle. Die Angebote seiner Partei in der inhaltlichen Sacharbeit würden dabei weit weniger beachtet. Dort wolle er künftig das Profil der Partei schärfen.

Herbe Verluste für die Linken

Herbe Verluste fuhren die Linken mit zehn Prozent bei den Erststimmen und 9,3 Prozent bei den Zweitstimmen ein. Auch die SPD musste Verluste hinnehmen. Bei den Erststimmen erhielt Udo Krause 10,9 Prozent, rund drei Prozent weniger als bei Franziska Kersten, die vor fünf Jahren für die SPD ins Rennen ging. Bei den Zweitstimme waren die Verluste ähnlich hoch.

Udo Krause nahm das Ergebnis gelassen. Man erhoffe sich bei so einer Wahl immer ein wenig mehr, räumte er ein. Aber zehn Prozent seien ein Ergebnis, das besser als der Landestrend sei, letztlich nicht schön, aber auch nicht schlecht. Es sei immer schwierig, wenn man als neues Gesicht antrete, noch dazu in einem Wahlkreis, der so groß und zweigeteilt sei. „Dennoch“, resümiert Krause, „war es ein interessanter Wahlkampf. Ich würde jederzeit wieder kandidieren.“

Enttäuschung beim Grünen-Direktkandidaten

Nils Rosenthal von den Grünen zeigte sich deutlich frustriert: „Ich bin enttäuscht und traurig, dass die Grünen nicht auf mehr Prozente kommen“, meinte er in einer ersten Reaktion. Rosenthal übte mit Blick auf das Ergebnis seiner Partei Kritik am derzeitigen Spitzenpersonal im Land.

Hier sei die Rolle der Grünen im ländlichen Raum zu kurz gekommen. „Ich bin mir im Moment nicht sicher, ob ich unter diesen Umständen im Land weitermache“, sagte er, ließ jedoch keinen Zweifel daran, dass er sich im kommunalen Bereich weiter engagieren werde. Rosenthal ist Ortsvorsteher seines Heimatortes Schopsdorf.

Einzelbewerber ohne Chance

Abgeschlagen in der Endabrechnung blieb Einzelbewerber Friedemann Kahl aus Genthin. Er sei Realist und habe mit diesem Ergebnis gerechnet, sagte er. Die Motivation seiner Kandidatur sei es gewesen, als Parteiloser neben den etablierten Parteien anzutreten.

Er müsse jedoch zur Kenntnis nehmen, dass es trotz des Parteienfrustes immer noch eine starke Bindung an Parteien gebe und sie als Marken wirkten. Da könne er als Einzelbewerber nicht mitspielen.

Mit einer Wahlbeteiligung von 50,5 Prozent lag der Wahlkreis 5 deutlich unter dem Landesdurchschnitt von 61,6 Prozent.