Genthin l Sebastian Witte, Abi-turient des Genthiner Bismarck-Gymnasiums, ist am Dienstagabend mit einer Silbermedaille von der Internationalen Chemie-Olympiade in Paris in seine Heimatstadt Genthin zurückgekehrt.

300 Chemie-Asse aus 80 Nationen

Im Gesamtklassement der 300 Chemie-Asse aus 80 Nationen belegte er einen beachtlichen 57. Platz und erreichte damit die beste Platzierung in dem vierköpfigen deutschen Team. Die Mitstreiter des Sachsen-Anhalters kamen auf die Plätzen 75, 150 und 162.

Für Sebastian Witte war es die zweite Teilnahme an einer Internationalen Chemie-Olympiade, was bisher keinem Schüler aus Sachsen-Anhalt gelang.

Persönliches Ziel erreicht

In Bratislava errang er im vergangenen Jahr eine Bronze-Medaille. Bei einer zweiten Teilnahme an einer Chemie-Olympiade, sagte er seinerzeit, wolle er auf jeden Fall unter die besten 100 kommen. Der Genthiner hatte in der vierten Runde des Auswahlverfahrens im Mai in Kiel den ersten Platz belegt und sich damit für die Internationale Chemie-Olympiade in Paris qualifiziert.

Sebastians Eltern hatten am Montag über Facebook live die Abschlussveranstaltung in Paris verfolgt, bei der die kompletten Platzierungen bekannt gegeben wurden. „Wir waren außer uns vor Freude“, sagte Mutter Anja Witte am Dienstag im Gespräch mit der Volksstimme.

Am Telefon gefeiert

Als nach und nach die Namen der Platzierten verlesen wurden und Sebastian immer noch nicht dabei war, habe sie durchaus mit dem Gedanken gespielt, dass es in diesem Jahr zu keiner Medaille gereicht haben könnte, beschreibt Anja Witte die bangen Minuten des Wartens. „Hätte ja alles sein können“, sagte sie. Später habe sie mit ihrem Sohn nach mehreren Tagen Funkstille wieder die Möglichkeit gehabt, mit dem Handy zu telefonieren. „Wir haben schon am Telefon gefeiert“, berichtet Mutter Anja Witte.

Schon 2017 hatte Sebastian Witte einen ersten Anlauf für die Qualifikation zur Internationalen Chemie-Olympiade unternommen, die seinerzeit in Thailand ausgetragen worden war. Mit einem sechsten Platz verfehlte er bei der Qualifikationsrunde in Kiel als jüngster Teilnehmer nur denkbar knapp den Sprung in die bundesdeutsche Mannschaft.