Genthin l Es tut sich etwas im Chemiepark Genthin. Die derzeit verwaiste Abfüllanlage könnte schon bald wieder dauerhaft anlaufen. Übernommen hat diesen Bereich des ehemaligen Waschmittelwerkes die Firma Thurn Germany nach der Insolvenz des vorherigen Betreibers Chemie Contract Service (CCS).

Es sei ein längerer Prozess gewesen, der über den Insolvenzverwalter und die immer noch am Standort vertretenen Unternehmer Alambeigi führte. „Wir versprechen uns von diesem Standort viel, sind aber derzeit in der Entwicklungsphase und möchten daher noch nicht zu sehr ins Detail gehen“, sagt der geschäftsführende Gesellschafter von Thurn, Peter Schoof. Thurn ist seit Anfang Oktober mit seinem Tochterunternehmen Thurn Contract Service in Genthin ansässig.

Gespräche mit Firmen

Nur so viel: Derzeit befänden sich die Vertreter von Thurn in Gesprächen mit möglichen Mitarbeitern. „Wir planen Einstellungen für die nächste Zeit“, sagt Schoof. Allerdings: Waren bei CCS zum Schluss mehr als 60 Menschen beschäftigt, werden es beim neuen Unternehmen weniger Mitarbeiter sein. Derzeit werden die Betriebsanlagen so vorbereitet, dass man Anfang 2020 mit einer Kernmannschaft an den Start gehen kann. Dabei wird die Produktion nach derzeitiger Planung nicht unmittelbar starten, sondern nach und nach anlaufen.

Rückenwind habe es von der Genthiner Stadtverwaltung gegeben, auch mit den im Chemiepark ansässigen Unternehmen habe der Thurn-Geschäftsführer bereits Kontakt aufgenommen. „Wir beschäftigen uns intensiv mit dem Standort und dem Umfeld.“ Geplant sei, so der Geschäftsführer, ein klarer Schnitt. Man werde in eigener Regie neu beginnen.

Noch etliche Hürden

Schoof macht aber auch deutlich, dass man noch einige Hürden zu überwinden habe. Viele Bestandteile der Produktion müssten zugeliefert, lange Lieferketten in Kauf genommen werden. Zudem sei Genthin 500 Kilometer weit vom Hauptsitz entfernt. Auch etwas, das bei der Planung berücksichtigt werden müsse. Die Firma Thurn ist seit mehr als 40 Jahren in Neunkirchen-Seelscheid (Nordrhein-Westfalen) ansässig.

Das Unternehmen wurde 1977 von Adolf Günther Thurn gegründet. Er führte die Firma viele Jahrzehnte. Allerdings musste sich der Betrieb einem immer schärfer werdenden Wettbewerb stellen. 2017 ging Thurn in die Insolvenz. Aus dieser heraus fand das Unternehmen 2018 neue Eigentümer, zu denen Schoof gehört. Die Zeit des Gründers war damit vorbei. Nur der Name blieb.

An seinem Hauptsitz sowie in der Niederlassung Kerkrade in den Niederlanden beschäftigt das Unternehmen rund 400 Mitarbeiter, zudem sind dort Forschung und Entwicklung sowie die Herstellung von Waschmittel- und Geschirr-Reiniger-Pulver. Thurn beliefert die großen Handelsketten, Drogeriemärkte und Filialisten in Deutschland und Europa.

Ähnlich wie es auch in den vorherigen Genthiner Betrieben der Fall war, ohne Nennung des eigenen Firmennamens, sondern mit dem der Auftraggeber.