Genthin l Die Hoffnung auf einen Weihnachtsmarkt in Genthin ist trotz Corona noch nicht gestorben. Auch nachdem aus vielen Städten Sachsen-Anhalts und Kommunen des Jerichower Landes verbindliche Absagen bekannt werden, behält sich Genthin zumindest eine Weihnachtsmarkt-Option bis Ende November offen. Genau bis zum 26. November, dem Termin einer außerordentlichen Stadtratssitzung. Darauf konnten sich die Mitglieder des Hauptausschusses des Genthiner Stadtrates am Montagabend einigen.

Dass noch einmal Bewegung in das große Thema Weihnachtsmarkt kam, ging auf einen Antrag von Sebastian Hahn (Wählergemeinschaft Genthin-Mützel-Parchen) zurück, den Weihnachtsmarkt doch noch in einer der Corona-Auflagen entsprechenden Form stattfinden zu lassen. Welcher Art die im Dezember sein werden, vermag zum jetzigen Zeitpunkt allerdings niemand vorherzusagen.

Lieber einen kleinen anstatt keinen

Sebastian Hahn warb dennoch mit viel Herzblut dafür, den Weihnachtsmarkt derzeit noch nicht abzuschreiben. „Lieber einen Weihnachtmarkt, der möglicherweise nicht so doll ist, als gar keinen“, warb er im Hauptausschuss um Unterstützung. Die Begeisterung auf Hahns Vorschlag hielt sich jedoch in Grenzen, Corona lässt die Stadträte an dieser Stelle augenscheinlich demütig werden.

Wobei grundsätzlich über die Fraktionsgrenzen hinweg Einigkeit darüber bestand, dass ein Weihnachtsmarkt, wenn überhaupt, nur mit einer räumlichen Entzerrung der Buden, entweder in Brandenburger Straße oder im Volkspark möglich wäre. Der Vorschlag Hahns wurde eher verhalten erwiedert. Selbst von seinem Fraktionskollegen Falk Heidel, der versuchte klarzumachen, dass auch die Meinung unter der Genthiner Bevölkerung dazu gespalten sein könnte. Er berief sich auf eine von ihm initiierte, allerdings nicht repräsentative Online-Befragung, bei der zwei Drittel der Befragten einen Weihnachtsmarkt in Genthin befürworten würden.

Ältere würden Markt nicht besuchen

Er habe Bedenken, grünes Licht für die Durchführung des Marktes zu geben, räumte Klaus Voth, Chef der CDU-Fraktion, in Anbetracht der aktuellen Corona-Situation ein. Man solle bedenken, dass dann Ältere und Risikogruppen ohnehin den Markt nicht besuchen würden.

Nach Hahns Antrag, der bereits einige Tage im Rathaus vorlag, hätte die Verwaltung durchaus schon die Möglichkeit gehabt, die Machbarkeit eines Weihnachtsmarktes zu prüfen, sagte Voth in Richtung des Bürgermeisters.

Konzept soll bis 26. November vorliegen

Gabriele Herrmann (Die Linke) lenkte die Diskussion dann in eine andere, letztlich entscheidende Richtung: „Warum müssen wir heute entscheiden?“, fragte sie. Im Falle einer Entscheidung wolle sie wissen, was konkret auf dem Weihnachtsmarkt passiert.

Diese Möglichkeit sei derzeit nicht gegeben. Deshalb plädierte Herrmann für eine Entscheidung am 26. November zur nächsten, dann außerordentlichen Stadtratssitzung. Dann sollte, so Gabriele Herrmann, unbedingt ein Konzept vorliegen, unter welchen Auflagen ein Weihnachtsmarkt durchgeführt werden müsse.

Corona-Entwicklung beobachten

Gegenwärtig, darauf verwiesen auch die anderen Hauptausschussmitglieder mehrfach, sei überhaupt nicht absehbar, welche Entwicklung die Corona-Pandemie nehme und welche Auflagen im Dezember durchgesetzt werden müssten.

Lutz Nitz warnte seine Stadtratskollegen und den Bürgermeister davor, jetzt in Aktionismus zu verfallen. Er machte auch darauf aufmerksam, dass die Stadt den Weihnachtsmarkt, wie auch das Kartoffelfest auf der Grundlage eines Vertrages in Kooperation mit dem Schausteller Schmidt aus Potsdam veranstaltet. Vor einer Entscheidung müsse im Vorfeld mit ihm eine Absprache getroffen werden.