Genthin l Kein Krisenmodus herrschte gestern in der Genthiner Stadtverwaltung, aber doch eine angespannte und aufmerksame Unterredung der Fachbereiche mit dem Bürgermeister. Viel ist aus der Runde nicht bekannt geworden, aber Bürgermeister Matthias Günther (parteilos) benannte zuvor einige Eckpunkte, mit denen man sich beschäftigt hat und die gegebenenfalls heute endgültig geklärt werden.

„Wir haben eine ganze Reihe von Dingen besprochen, die jetzt wichtig werden, ich kann aber sicher sagen, dass wir ab dem 2. November mit der Umsetzung beginnen.“ So sei unter anderem in der Klärung, wie der Zugang zum Rathaus gestaltet werden soll. „Der Bereich Bürgerservice ist gerade zum Jahresende gefragt, wir müssen schauen, wie wir Anfragen am günstigsten bearbeiten können.“ Grundsätzlich gibt es seit dem Frühjahr die Regel nur in drigenden Fällen persönlich im Rathaus vorzusprechen, das könnte etwa sein, wenn ein Sterbefall angemeldet werden oder etwa ein Personalausweis beantragt werden müsse. Die Verwaltung empfiehlt dabei sich mit dem Standesamt oder der Meldebhörde telefonisch in Verbindung zu setzen, um das weitere Vorgehen zu besprechen.

Karneval und Weihnachtsmarkt offen

Die Verwaltungsrunde wird auch die im November und Dezember geplanten Veranstaltungen in Augenschein nehmen. Dazu gehören laut Bürgermeister etwa die Karnevalsveranstaltung am 14. November, eine weihnachtliche Aktion auf dem Marktplatz, wie auch der Weihnachtsmarkt. Über die Entscheidung zu diesen geplanten Aktionen wurde gestern noch nichts bekannt. „Für uns bleibt die wichtigste Aufgabe, dass der Betrieb in den Grundschulen und Kitas, die in städtischer Verantwortung liegen, so organisiert wird, dass er reibungslos weiterlaufen kann.“

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Denn das ist anders als beim Lockdown im März, seinerzeit waren sämtliche städtische Einrichtungen geschlossen worden, darunter auch Schulen, Kitas und Horte. Einzig eine Notbetreuung wurde in den Einrichtungen aufrechterhalten. Geschlossen werden diesmal aber erneut die Sportanlagen und Gemeindehäuser. Amateursport und Veranstaltungen sind auch in diesem Lockdown nicht gestattet.

Private Treffen werden geprüft

Anders als im Frühjahr gäbe es unterschiedliche Vorgehensweisen bei den Sitzungen städtischer Gremien. „Wir haben etwa eine Anfrage, bei der ein Gremium tagen möchte, aber nur per Videokonferenz, daneben gibt es Gremien, die auf ihre SItzungen auf keinen Fall verzichten möchten“, erläutert Matthias Günther. Die Stadtverwaltung werde nun klären, wie zum einen eine digitale Struktur beschaffen sein muss, damit diese für Zusammenkünfte genutzt werden kann. Es werde aber auch geprüft, unter welchen Voraussetzungen persönliche Zusammenkünfte möglich seien und welche Räumlichkeiten dafür infrage kommen, um die Abstands- und Hygieneregeln einhalten zu können. Unter anderem würden in der kommenden Woche Ortschaftsratssitzungen in Mützel, Gladau und Tucheim anstehen. Außerdem die Zusammenkunft des Wirtschafts- und Umweltausschuss.

„Ein weiterer Aspekt, den wir dabei betrachten, ist die Einbeziehung der Öffentlichkeit, also etwa, auf welche Weise Einwohnerfragenstunden umgesetzt werden oder welche Möglichkeiten es für Interessierte gibt, sich über die Sitzungen zu informieren.“ Auf welche Weise Anfragen gestellt werden können und ob möglicherweise zeitnah mit Pressemitteilungen aus Sitzungen berichtet wird, ist ein Punkt, den die Verwaltung noch klärt. In diese Klärung ist auch der Vorsitzende des Genthiner Stadtrates Gerd Mangelsdorf (CDU) einbezogen.

Aushänge sollen informieren

Dass sich die Verwaltung eingehend mit dem Aspekt „Bürgerbeteiligung“ befasst, hat den Hintergrund, dass im Frühjahr eine Reihe von Beschlüssen im vereinfachten schriftlichen Verfahren beschlossen werden durften und die Stadt davon mehrfach Gebrauch machte. Das hatte zur Folge, dass es für die Öffentlichkeit schwierig war, den Entscheidungsprozess nachzuvollziehen, da es keine öffentlichen Sitzungen gab und es auch erschwert war, Anfragen zu stellen und darauf eine öffentliche Antwort zu erhalten.

Für den heutigen Tag ist eine allgemeine Information der Genthiner Stadtverwaltung angekündigt. Auch soll es an allen Gemeindehäusern und am Rathaus Aushänge geben, in denen über die aktuelle Situation informiert wird. In Planung sei zudem auch wieder eine Telefonnummer zu schalten, die für Anfragen betreffend der Corona-Maßnahmen genutzt werden kann.