Genthin l Das Bundesprogramm „Demokratie leben“ wird mit seiner „Partnerschaft für Demokratie“ auch im kommenden Jahr in Genthin, Jerichow und Elbe-Parey vertreten sein. „Wir haben die Umsetzung beantragt und gehen davon aus, dass diese Anträge so genehmigt werden“, erläuterte Daniela Ferl von der externen Koordinierungs- und Fachstelle der Stadt Burg im Bundesprogramm „Demokratie leben“.

Büro in Genthin

Diese Fachstelle wird von der AWO betrieben, die mit einem Büro in der Stadt- und Kreisbibliothek seit dem 1. November auch in Genthin die Umsetzung des Bundesprogrammes betreut. In Burg und dem südlichen Jerichower Land hat die AWO bereits seit einigen Jahren Erfahrungen in der Umsetzung und Koordinierung des Demokratie-Programmes.

In Genthin ist von nun an AWO-Mitarbeiterin Elke Förste Ansprechpartnerin für die Beratung von Projektträgern, die im Rahmen von „Demokratie leben“ Aktionen vornehmen und dafür Mittel beantragen wollen, deren Höhe über 400 Euro liegt. „Im kommenden Jahr sollen mindestens fünf Maßnahmen durchgeführt werden“, gab Daniela Ferl eine wichtige Planung vor. Diese sollen sich den Themen „Demokratie und Vielfalt“ widmen sowie gegen Rechtsextremismus und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit gerichtet sein.

Maßnahmen mit Jugendlichen

Zudem solle es zwei Maßnahmen mit Kindern und Jugendlichen geben, die gemeinsam von Schulen, Polizei und Trägern aus der Jugendpflege umgesetzt werden. „Wir wollen die Zusammenarbeit mit dem Jugendforum intensivieren“, machte Ferl außerdem deutlich. So sei es denkbar, dass unter anderem Ideenworkshops veranstaltet werden, in denen ausgelotet werden soll, welche Projekte die Jugendlichen in ihrer Region haben möchten. Zu den Aufgaben der AWO gehört die Verwaltung der Mittel des Aktionsfonds, aus dem Kleinprojekte bis 400 Euro finanziert werden. Geplant ist dort, dass die Projekte, oft Tagesaktionen von Vereinen, Organisationen, Kitas und Schulen, schneller genehmigt werden können.

Außerdem liegt die Planung und Durchführung der sogenannten Demokratiekonferenzen und Workshops künftig ebenfalls bei den Mitarbeitern der AWO. Die Stadt Genthin wird auch weiterhin die Verantwortung für den finanziellen Teil übernehmen. „Wir haben die maximale Summe, die möglich ist, beantragt“, erläuterte Alexandra Adel von der Stadt Genthin. 38.000 Euro seien für den sogenannten Initiativfonds veranschlagt, aus dem große Projekte finanziert werden. 10.000 Euro seien für Kleinprojekte im Aktionsfonds geplant, 7000 Euro erhält das Jugendforum für die Umsetzung von eigenen Projekten.

Öffentlichkeit stärker einbeziehen

Geplant sei zudem die Öffentlichkeit stärker zu informieren und stärker mit den Möglichkeiten des Bundesprogrammes vertraut zu machen. Im laufenden Jahr werden allerdings nur noch die bereits geplanten Aktionen umgesetzt, die Bewilligung von Förderungen ist nicht mehr möglich. Derzeit befindet sich das Zeitzeugenprojekt des Jugendhauses Parey in der Umsetzung.

Dabei entsteht mit professioneller Hilfe eine Dokumentation über Menschen, die vor mehr als 70 Jahren wegen des Zweiten Weltkrieges ihre Heimat verlassen mussten sowie Flüchtlinge von heute aus Syrien und Afghanistan.