Genthin l Die Zukunft des Volksparkes treibt die Genthiner um, eine öffentliche Diskussion nimmt Fahrt auf. Sie wurde durch Bürgermeister Matthias Günther (parteilos) befeuert, als er laut darüber nachdachte, den Volkspark als möglichen Standort für das Stadtkulturhaus zu nutzen.

Noch keine Entscheidung über Kulturhaus

Bisher ist ein Entwicklungskonzept für den Park gesetzt, für dessen Erstellung die Stadt Mittel über das Leader-Programm in Anspruch nehmen will. Die Erarbeitung eines Parkkonzeptes steht jedoch vorerst auf einer Prioritäten-Liste, über die noch zu entscheiden sein wird. Ob der Bau eines Stadtkulturhauses zum Filet-Stück eines solchen Konzeptes werden kann – das steht damit noch in den Sternen. Trotzdem bewegt dies die Genthiner.

Das Echo auf den Bürgermeister-Vorschlag ist geteilt. Den Gedanken, ein Kulturhaus, darüber hinaus auch einen Caravan-Stellplatz und eine Marina in den Park einzubringen, hält Hans-Joachim Lorenz aus Genthin, „für sehr gewagt“. Er stellt die Frage in den Raum, wieviel Grünfläche übrig bleiben würde, wenn Versorgungsleitungen gelegt und Zufahrten gebaut werden müssten. „Leben in den Park bringen ja, aber an erster Stelle einen Park mit viel Grün und der notwendigen Voraussetzung für Erholung zu erhalten, dazu gehört Ruhe.“

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Verjüngungskur für Park

Für Hadmuth Mielke aus Altenplathow gehört ein Kulturhaus „absolut nicht in den Park.“ Für den Bau eines Stadtkulturhauses müsste ein großer Bestand der altehrwürdigen Bäume gefällt werden, um Zufahrtswege und Parkplätze zu schaffen, befürchtet sie. Für den Park präferiert die Altenplathowerin eine Verjüngungskur. Sie denke an die Wanderwege parallel zum Kanal, ebenso an den maroden Plattenweg, der quer durch den Park führt. Diese müssten , fordert Mielke, behindertengerecht gestaltet und der Schwanenteich entrümpelt werden.

„Ich bin für ein Stadtkulturhaus im Park, das man eventuell mit Blick auf den Kanal integrieren könnte. Das Kulturhaus würde den Park beleben und sicher mehr Genthiner in den Park locken“, meint hingegen Christa Wolf aus Altenplathow. „Ich halte das für eine gute Idee“, schließt sich Günter Müller aus Genthin der Ansicht an, dass ein Stadtkulturhaus den Park aufwerten würde. Es sei gut, wenn dort etwas geschehe.

Park nicht zubauen

„Der Volkspark sollte wie schon der Name sagt, ein Park bleiben“, meint hingegen Kerstin Ramminger. Sie gibt zu bedenken, dass zu einem Kulturhaus Ein- und Ausfahrten sowie Parkplätze für die Besucher gehören. Damit fiele ein großer Teil des Parkes weg. „Solch ein Haus bewahre den Charakter des Parkes nicht. „Sollte dieser Park aus den Händen Lennés sein, können wir eher damit touristisch punkten.“ Auch Rüdiger Christof aus Genthin ist gegen ein Kulturhaus im Park. „Das ist ein No Go“, findet er. Der Bürgermeister wolle die Krankenhausgebäude erhalten, im Park möchte er Flächen zubauen. „Dann ist der Park weg, das geht so nicht.“ Es gebe in Genthin viele Flächen, die frei seien und über die man diskutieren könne.

Auch Ina Jäger aus Schlagenthin findet, dass der Volkspark nicht für solche Eingriffe geeignet sei. „Ich bin in Altenplathow aufgewachsen und durch den Park zur Schule gegangen, ich kenne die Natur und die Anlagen.“ „Der Park soll Park bleiben“, sagt sie. Man solle das Grün erhalten und den Teich in Ordnung bringen.

„Nicht alles muss immer Neuem weichen“, erteilt Marion Paeper dem Bau eines Stadtkulturhauses im Park eine klare Absage. „Eine Marina, einen Schiffsanleger? Aber das haben wir doch schon alles! Und das neue Kulturhaus im Park? Nein, da bin ich dagegen. Den Park pflegen und als Platz der Ruhe und Erholung nutzen, mit Bänken und schönen Wandelwegen, das würde mir gefallen“, sagt die Altenplathowerin.