Baderegeln

DLRG Schwimmer am Zabakucker See ärgern sich über leichtsinnige Eltern

Die Zabakucker Lebensretter vom DLRG appellieren an die Aufsichtspflicht von Badegästen mit Kindern. Zudem sollte sich jeder an die Baderegeln halten.

Von Thomas Skiba
Rettungsschwimmer Rene Ulrich zeigt auf die Baderegeln, an die sich jeder Gast zu halten hat: „Sicherheit hat am und im Wasser höchste Priorität.“
Rettungsschwimmer Rene Ulrich zeigt auf die Baderegeln, an die sich jeder Gast zu halten hat: „Sicherheit hat am und im Wasser höchste Priorität.“ Foto: Thomas Skiba

Zabakuck - Sie sind gefragte Leute: die Genthiner Rettungsschwimmer der DLRG. In der Badesaison sichern sie jeden Tag verlässlich den Badebetrieb im Zabakucker Touristenzentrum ab. Doch die ehrenamtlichen Helfer hatten in den letzten Tagen Ärger.

Mit dem Hintergrund des tragischen Badeunfalls eines vierjährigen Jungen in Plötzky (Salzlandkreis), weisen die Rettungsschwimmer immer wieder Eltern an, ihre Aufsichtspflicht wahrzunehmen. „Wir wollen es erst gar nicht so weit kommen lassen, dass ein Notfall überhaupt auftritt“, sagt Elko Bernau, dem Leiter Einsatz von der DLRG-Ortsgruppe Genthin. Dabei sei den Anweisungen der Rettungsschwimmer Folge zu leisten, was manchmal auf Widerspruch bei manchem Badegast stoße.

Gerade jüngere Ehrenamtler werden nicht ernst genommen und sind Beschimpfungen ausgesetzt, es kam sogar schon zu Androhung von körperlicher Gewalt. „Das kann und darf nicht sein“, sagt Bernau. Viele Eltern sind sich den Gefahren beim Baden, gerade mit Kindern, nicht bewusst, nehmen es offensichtlich auf die leichte Schulter und geben augenscheinlich die Verantwortung an die Lebensretter ab.

Diese, wie Bernau sagt, trügerische Sicherheit rühre auch daher, weil viele Kinder eine Frühschwimmer-Qualifikation haben, das sogenannte Seepferdchen. „Trotzdem müssen die kleinen Schwimmer beaufsichtigt werden, das Seepferdchen ist kein Nachweis für ein sicheres Schwimmen“, betont der Leiter Einsatz. Immer wieder fragen die Rettungsschwimmer Kinder, wo ihre Eltern seien, beordern zum Teil die Kleinen aus dem Wasser oder holen schon mal eine Mutti an Land, die mit einem Stand-up-Paddelboot und zwei kleinen Kindern ohne Schwimmweste auf den Zabakucker See hinaus wollte.

Dabei gibt es klare Baderegeln, die an mehreren Stellen nachgelesen werden können. „Daran hat sich jeder, wirklich jeder zu halten, dann sollte nichts passieren“, so Bernau. Er kommt noch mal auf die Beschimpfungen von Mitgliedern seines Team zurück. „Die Mädchen und Jungen passen hier in ihrer Freizeit auf und sind mit ganzem Herzen im Einsatz“, sagt er und dass sollte von jedem Badegast gewürdigt werden.

Die Nachwuchsgewinnung, auch im Rettungsschwimmerbereich, sei jetzt schon schwierig. Wenn dann noch Badegäste bewusst gegen Regeln verstoßen und Ermahnungen nicht ernst nehmen, leide auch das Engagement im Verein.

Personell ist die DLRG-Ortsgruppe auch für diese Badesaison mit zwölf einsatzbereiten Rettungsschwimmern gut aufgestellt. Sie alle sind ehrenamtlich und damit in ihrer Freizeit im Einsatz. Das ist im Vergleich zu anderen Regionen, in denen Rettungsschwimmer knapp werden, durchaus keine Selbstverständlichkeit.

Elko Bernau, der Leiter Einsatz von der DLRG-Ortsgruppe Genthin (re.), ärgert sich über das Unverständnis mancher Eltern.
Elko Bernau, der Leiter Einsatz von der DLRG-Ortsgruppe Genthin (re.), ärgert sich über das Unverständnis mancher Eltern.
Thomas Skiba
Pia Siebert und Amelie Lüdecke nutzten den Badeaufenthalt und legten ihren Deutsches Schwimmabzeichen in Silber ab.
Pia Siebert und Amelie Lüdecke nutzten den Badeaufenthalt und legten ihren Deutsches Schwimmabzeichen in Silber ab.
Thomas Skiba